Experten werden mich nicht steinigen, nur weil ich behaupte die verwendete Fragetechnik hat einen eklatanten Fehler wenn die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Zufallsgenerators unbekannt ist:
Bevor die „sensitive Frage“ beantwortet wird, entscheidet ein Zufallsgenerator, ob die befragte Person ehrlich antworten soll oder mit "Ja". Der Interviewer weiß nicht, was der Zufallsgenerator entschieden hat, wodurch die "Ja"-Antwort, also das Eingeständnis der peinlichen Eigenschaft, geschützt wird.
Nun aber zum Stein meines Anstoßes:
Da haben Pavel Dietz und Leute vielleicht gedacht: wenn nicht jeder den Geburtstag der Mutter kennt, dann lasst uns eine
Alternative anbieten.
Alternative ?
Und noch schlimmer : hier extra mal im "Regenbogen"-Format:
irgendeine frei wählbare ALTERNATIVE
!
In anderen Worten, die Befrager haben den Zufallsgenerator in die Hände der Befragten gegeben. Damit ist dem Bias Tür und Tor geöffnet.
Nicht etwa dass man nur den Vater angeboten hätte, nein, man kann jeden beliebigen nehmen. Ich kann solange suchen bis ich einen finde so dass ich die Frage mit JA beantworten kann.
Das ist der Bias dieser Befragung, man hätte doch einfach eine Wahrscheinlichkeit ermitteln können, wieviele Leute den Geburtstag ihrer Mutter nicht kennen.
Aber nein, man lässt den Leuten die Möglichkeit ohne zu Lügen "Ja" zu antworten. Ich kann es mir auch leicht machen und mit "Ja" antworten und mir hinterher noch jemanden überlegen den ich kenne der einen geeigneten Geburtstag hat.
Viel Spaß nun den Leuten, die mich nun zerreißen mögen
Hier nur nochmals ein Abriss der bisherigen Diskussion zur "Geburtstagsfragetechnik":
Zitat:
Zitat von Tzwaen
Kann mir mal irgendwer die Befragungstechnik erklären?
Z.B. die Frage mit dem Geburtstag im 1/3 des Monats.....
Und nur weil ich zufällig ein Geburtstag ausgewählt habe wo es zutrifft habe ich automatisch gedopt oder was?

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Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Man will auf diese Weise dafür sorgen, dass genau ein Drittel der Befragten eine bestimmte Frage beantwortet.
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Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Tzwaen, es soll erreicht werden, dass nur Du weißt, welche Frage Du beantwortest.
Du denkst Dir das Geburtsdatum einer realen Person aus und landest damit auf einer bestimmten Frage. Die beantwortest Du wahrheitsgemäß. Niemand außer Dir weiß, welche Frage Du beantwortet hast. Dadurch kannst Du ehrlich antworten. Ich habe das verfahren in der letzten Live-Sendung grob erläutert, Details auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Randomi...sponse-Technik
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Zitat:
Zitat von MatthiasR
Durch die Frage erreicht man aber, dass 120/365 der Befragten die 'bestimmte Frage' beantworten, nicht 1/3 (wenn ich mal Schalttage unterschlage).
Und 'genau' wird es auch nicht, es unterliegt den üblichen statistischen Schwankungen.
Gruß Matthias
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