@Langsamgehtauch: Ja, aber so langsam fängt das andere Bein an zu zwicken ...
Zu schnell darf ich´s nicht steigern, sonst geht am Ende gar nix mehr.
Fast schon traditionell ist die Teilnahme am Gambacher Duathlon, der jährlich im September stattfindet und bei einer Distanz von 4 km Laufen, 19 km Radfahren und nochmal 4 km Laufen als Sprint-Duathlon gewertet werden kann. Das Tempo ist von Anfang an recht hoch und wer glaubt, dort fände man nur Muttis mit Hollandrädern, der wird schnell eines Besseren belehrt. Da nehmen doch recht viele Sportler Teil, die sonst bei Challenge und Ironman anzutreffen sind. Mit leichten Schmerzen im linken Unterschenkel bin ich dann heute morgen losgefahren in Richtung Gambach/Münzenberg. Der Startschuss sollte recht spät fallen, erst um 11:45, so dass ich mich ohne Hektik fertig machen und frühstücken konnte. Schnell einchecken und das Rad positioniert. Das Wetter war, wie im letzten Jahr auch, optimal: Etwa 18 Grad, kein Wind und hin und wieder schien sogar die Sonne durch die Wolkenlücken. Etwa 150 Sportlerinnen und Sportler hatten sich eingefunden, vom Ersttäter mit Trekkingrad bis hin zum Ironman mit Zeitfahrrad und Scheibe.
Kurz nach der Wettkampfbesprechung ging es los. Startschuss und zügig setzte sich die Meute in Bewegung. Ich hatte mich irgendwo im Mittelfeld positioniert, konnte aber bald einige Sportler überholen. Auf asphaltierten Wegen ging es durch die Wetterwiesen. Die Schmerzen im Bein ignorierte ich, im Weiteren machten die Endorphine sie zunichte. Nach zwei Kilometern der Turn und zurück ging es zur Wechselzone. Raus aus den Laufschuhen, Helm auf, hinein in die Radschuhe, kurzer Kontrollblick über das Rad und los ging’s. Noch per pedes aus der Wechselzone, dann zügig aufs Rad. Die ersten Pedalumdrehungen “eierten” noch ein wenig, weil die Beine ein paar Minuten zuvor noch gelaufen waren. Hinaus ging’s auf die Landstraße. Das Einhalten des Windschattenverbots war anfangs sehr schwierig. Die Räder klebten quasi hintereinander und nur langsam lockerte das Feld sich auf. Das Gambacher Rennen verdeutlicht mir immer wieder die Vor- und Nachteile eines Zeitfahrrades. Kaum kommt eine enge Kurve, eine enge Ortsdurchfahrt, bei der man Tempo rausnehmen und anschließend wieder beschleunigen muss, sind die normalen wendigen Rennräder im Vorteil und ziehen an einem vorbei. Kommt dann aber wieder eine lange gerade Strecke, gewinnt man mit dem Zeitfahrrad sofort wieder an Fahrt und schießt wie ein Pfeil an den Rennrädern vorbei. Die Fahrt ging vom Sportplatz Münzenberg nach Trais, weiter über Muschenheim, Bettenhausen, Bellersheim nach Obbornhofen, weiter nach Wohnbach und schließlich zurück nach Münzenberg. Die Strecke war sehr verkehrsarm und liegt in der landschaftlich sehr schönen Wetterau. Zurück in die Wechselzone, schnell das Rad abgestellt, Helm aus, Schuhe wechseln und los ging’s zum zweiten Lauf erneut über die Wetterwiesen. Die üblichen Anlaufschwierigkeiten beim Wechsel vom Rad zum Laufen stellten sich dieses Mal nicht ein und auch von Wadenkrämpfen blieb ich verschont. Zwei Kilometer hin, zwei zurück. Das Tempo war schon merkbar geringer als beim ersten Lauf. Erleichtert kam ich zurück in die Wechselzone. Das Bein hatte “gehalten”, ich bin nicht gestürzt und auch am Rad war alles wohlbehalten. Anschließend das obligatorische Hefeweizen alkoholfrei, oder zwei, oder drei und ein paar Bananen. Alles in allem ein sehr schöner, gut organisierter Wettkampf zum Ende der Saison.