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Zitat von photonenfänger
Hi,
ob was dran ist, weiß ich nicht:
Einer meiner Abiturienten ist ein sehr erfolgreicher Eishockeynachwusspieler. Wir reden oft über Trainingsmethoden, da er in irgendeinem Leistungszentrum sehr intensiv betreut wird, und viele tolle Übungen macht, die ich dann auch gern mal Versuche, von Leitertraining bis Burpees usw....
Nun hab ich ihn heute spaßeshalber auf Doping angesprochen, und ob er schon mit sowas in Kontakt kam. Darauf reagierte er sehr zurückhaltend, und er meinte, einen aus seiner Mannschaft hätte es mal erwischt. Daraufhin habe ich gefragt, ob sie an ihren Spieltagen denn regelmäßig Urinkontrollen durchlaufen, woraufhin er meinte, dass das oft der Fall sei, dass sie da aber nix zu befürchten hatten, weil sie "das Zeug" erst anfangs oder während des Spiels bekommen, und deshalb dann noch nichts im Urin zu finden sei nach dem Spiel. Auf die Frage, was er denn da genau bekomme, meinte er nur, es seien so kleine Riegel, und er wisse auch nicht genau, was da drin ist.
Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass das einfach die Psyche stärken soll, und lediglich Koffein, Guarana und Traubenzucker ist oder so.
Oder weiß da jemand mehr darüber?
Der Schüler neigt nicht zu übertreibungen und ist auch keine Laberbacke, weshalb ich nun eben schon am Grübeln bin....
Gruß
Alex
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für mich wäre jede Art von "Mittelchen", und wenn es auch "nur" Koffein oder Guarana ist, ohne Rücksprache mit dem Sportler bzw. bei Minderjährigen mit den Eltern, ein absolutes No-Go.
Ich will dem Trainer jetzt nichts unterstellen, vielleicht sind's in Wirklichkeit nur Powerbars oder andere Riegel. Wenn der Trainer nichts zu verbergen hat, kann er aber auch sagen, was er da gibt. Die seltsame Logik, dass das nach dem Spiel nicht mehr nachweisbar wäre, hat sich dein Schüler ja sicher auch nicht einfach mal so ausgedacht. Das wird er so schon von irgendjemand gehört haben, der sich vermutlich nicht ohen Grund darum Gedanken gemacht hat. Im Eishockey würde ich persönlich (ohne eigene Erfahrungen!) im Dopingbereich aber eher Schmerzmittel vermuten als Koffein oder Guarana.
Leider erinnert mich das Verhalten deines Schülern so ein bißchen an die übliche DDR-Ausreden: "Ich hab' das vom Trainer bekommen und nicht nachgefragt." Ich würde von einem Sportler schon soviel Rückgrat erwarten, dass er mal nachfragt, was er da bekommt.
Für dich ist das natürlich schwierig. Ich würde erstmal versuchen (wenn nicht sowieso schon gemacht) den Schüler auf das Thema zu sensibilisieren. Evnetuell kann man auch, wenn dies z.B. im Rahmen von Elternsprechtage o.ä. möglich ist, die Eltern auf das Thema ansprechen. Als Lehrer an den Verein oder dne Verband selbst rantreten ist wohl eher unrealistisch und eher ein Fall für die "Fernsehlehrer".
Matthias