Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ich finde es nicht richtig...
Die Gesellschaft akzeptiert aber nicht, wenn diese Überzeugungen in ein Krankenhaus hineingetragen werden. Krankenhäuser haben einen vom Volk als oberstem Souverän erteilten Versorgungsauftrag. Religion hat hier nichts zu suchen..
Grüße,
Arne
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Diese Kirche ist gnadenlos!
Den allgemeine Wissensstand „der Gesellschaft“ wie Du es nennst, könnte man in etwa so zusammenfassen: „Deine Kirche ist ja wohl das allerletzte“!
Und das gilt besonders in unserer Zeit nach dem atheistischen, 20. Jahrhundert. Du schreibst, dass „die Gesellschaft“ empört sei. In Wahrheit ist es aber die nichthinterfragte, mediale Empörung unbekannter Journalisten die wir blind übernehmen. Oder wer von uns war bei dem Fall dabei bzw. hat sich die Mühe gemacht nochmal ernsthaft zu recherchieren, bevor er sich empört hat?
Im Übrigen hat die Kirche der Frau in diesem Fall überhaupt nichts verboten. Das Krankenhaus hat folgerichtig gesagt, dass es kein Kind töten kann. Das bedeutet, dass es keine abtreibenden Maßnahmen vollzieht und somit gesetzlich keine Spurensicherung im Vorfeld durchführen darf. Selbstverständlich wäre der Frau jegliche medizinische Hilfe zugutegekommen.
Woher kommt diese reflexartige Heftigkeit, dieser aggressive und laute Ton, die „allgemeine Empörung“ obwohl von uns niemand dabei war? Möglicherweise hat die Frau überhaupt in Ihrer Not gar nicht an Abtreibung gedacht. Dennoch durfte das Krankenhaus die Spurensicherung gesetzlich nicht durchführen. Und wenn sie doch danach gefragt hat: es bleibt Christen überhaupt nichts anderes übrig, als eine vergewaltigten Frau zu ermutigen, sich alle Optionen zu überlegen. Auch wenn die öffentliche Meinung uns Christen mit Schimpf und Schande mit Häme und Anfeindungen überschüttet. Weil das Töten eines unschuldigen Menschen nach christlichem Glauben nun mal ein Verbrechen ist, egal wie der politische Zeitgeist das Töten von Menschen gerade erlaubt oder wie gerne auch aktuell mal von „Zellhaufen“ gesprochen wird. Das Töten von unschuldigen Menschen bleibt nach christlichem Verständnis grundsätzlich verboten. Und wenn die katholische Kirche die einzige Institution ist, die diesen Wert so schützt, dann ist das so.
Den Journalisten ging es bei der Berichterstattung ganz sicher nicht um das Opfer, die vergewaltigte Frau. Die Medienmillionäre Jauch & Co. verstoßen bereits bei ihren Überschriften gegen das journalistische Gesetz der Neutralität. Die werden uns für die vielen Millionen alles verkaufen.
"Wie lebensnah ist die Kirche?“ oder „Die Kirche am Kreuz“ usw. sind also nicht Sendungen mit dem Versuch Dinge neutral auszuleuchten (so wie es der Pressekodex verlang), sondern eine Stimmung in eine bestimmte Richtung zu erzeugen oder wie in Deutschland bereits vorhanden, weiter anzufachen.
Uns wird eine „öffentliche Meinung“ suggeriert, die in ihrer Heftigkeit und Eindeutigkeit kein Hinterfragen mehr zulässt. Sozusagen ein Volkssturm der Entrüstung, ohne dass man die vielen Facetten hinterfragen soll. Ohne dass man sich die Zeit nehmen darf, um Dinge in Ruhe gedanklich und ggf. mit Anstrengung durchzukauen. Wir sollen hyperventilieren, wenn uns unbekannte Journalisten der elektronischen Massenmedien Wortbrocken vor die Füße schmeißen. Wir sollen uns sofort mit empören und glauben, dass diese Meinungsmacher schon alles über die katholische Kirche wissen, gut recherchiert haben und dabei neutral berichten. Wir sind so empört, weil wir so gern mit den „aufgeklärten“ Medien mitschwimmen und gar nicht anders können.
Was die vergewaltigte Frau angeht, lieber Arne, gehört es auch dazu, verschiedene Aspekte sowie die Kasuistik des Einzelfalls einzubeziehen. Wenn wir es uns leisten in diesem Falle Empathie öffentlich zu generieren (was nicht schwer ist), dadurch dass wir den Fall uns plastisch vor Augen führen und damit die Sache für „empörte Gesellschaft“ total klar wird, so müssen wir z.B. auch die Frauen in unsere gedachte „Empörung“ einbeziehen, die es auf sich nehmen und einem solchen Kind, welches durch ein Sexualverbrechen gezeugt wurde dennoch das Leben zu lassen. Wie kommen wir denn überhaupt dazu, uns über diesen Fall zu empören was humaner sei ohne auch nur annähernd dabei gewesen zu sein?
Beste Grüße
Bernd