Ich halte fest:
Der Schlüssel zu Deinem Ziel ist ne Binse, lieber Willy:
"Dünn rennt gut"
Da sind sich alle einig. Auch darin, daß erst mal die Wampe weg muß, bevor überhaupt an schnelle Zeiten gedacht werden darf.
Ich denke, das "Wie" ist Dir auch völlig klar, denn wenn man sich schon länger mit dem Thema "Abnehmen" beschäftigt, weiß man irgendwann einfach über Nährwerte, Insulin und Co. Bescheid.
Was aber den meisten Standard-Dünnen nicht so klar ist, sind die Rahmenbedingungen, unter denen unsereins dünner werden soll/will/muß. Das ganze Umfeld kennt einen als" lebensfrohen Genußmenschen", der immer vorne dran ist, wenn es was zu feiern gibt und der auch beim fünften Weizen selten "nein" sagt. Auch Kuchen und Grillgut sind Standardbegleiterscheinungen bei "sozialen Interaktionen". Hinzu kommt oft noch Naschsucht, Trost- und Trotzessen, sowie Nebenher-Mampfen. Ganz zu schweigen von den vielen Gelegenheiten, bei denen man es sich angewöhnt hat, daß etwas in den Pfoten sein muß. Viele der Dicken sind ganz stark konditioniert, wahre Gewohnheitstiere. Diese Angewohnheiten werden unterstützt und verstärkt durch die Droge Zucker, die solches Verhalten kurzfristig durch bestimmte Körperreaktionen belohnt und langfristig nach mehr schreit.
Dieses Verhalten meinte ich, als ich oben schrieb, daß jemand, der ernsthaft so stark abspecken will, sein ganzes Leben inklusive seines sozialen Umfeldes dauerhaft ändern muß. Es ist eine Veränderung, die am Anfang in jeder Minute bewußt gelebt sein will und dauerhaft nur funktioniert, wenn man sich andere Mechanismen antrainiert. Dazu gehört auch, daß man sich nach einem erfolgreichen Wettkampf eben nicht mit einer Woche Dauerfressen und-saufen "belohnt", sondern alles schön unter Kontrolle bleibt. Dieses dauerhafte Kontrollieren des eigenen Schweinehunds ist sehr anstrengend. Viel anstrengender als das bißchen Lauftraining, das für ne Sub 3 notwendig ist, vergleicht man den Aufwand mit dem Zeitbedarf eines LD-Trainings oder dem Langstreckenradeln.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß ich nach dem Verlust von fast 30 Kilos, die ich durch oben beschriebene Veränderungen wegbekommen habe, an den letzten 10 - 15 dauerhaft scheitere.
Auch mit dem Übergewicht, das ich noch habe, bin ich pumperlgesund und kann im Ausdauerbereich alles machen, außer schnelle Zeiten zu erzielen
Offenbar stuft irgendwas in mir den zu erwartenden Zusatznutzen geringer als den dafür nötigen Aufwand ein. Im Klartest heißt das, ich werde den finalen Schritt erst tun können, wenn ich mich selber so ankotze, daß ich bereit bin, mich wieder dem täglichen Verzichtskampf zu stellen. So lange eine Umstellung der Gewohnheiten aber ein täglicher Kampf bleibt, wird sie nie dauerhaft gelingen können.
Deshalb sehe ich für mich schwarz für ne Sub3, obwohl ich sie körperlich möglicherweise (laut Greif-Rechner) drauf hätte. Wie es für Dich aussieht, kannste Dir selber ausrechnen. Allerdings bist Du noch jung und noch nicht so eingeschliffen.
Hau rein und belass es nicht nur bei Ankündigungen. Ich wünsche Dir, das es klappt.
Andi