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Alt 15.10.2012, 14:12   #606
pinkpoison
 
Beiträge: n/a
Im Grunde haben wir das Thema schon erschöpfend und mehrfach in diversen Threads durchgekaut und viel will ich auch gar nicht mehr dazu schreiben:

Korrelationen begründen keine Kausalität - was Jait geschrieben hat, ist da ein ganz gewichtiges Argument. Kaum jemand, der Fleisch isst, vertilgt dazu keine Beilagen, die in konventioneller Ernährung üblicherweise sehr kh-lastig sind (Nudeln, Reis, Kartoffeln). Fett und KH zusammen aber sind nach allem, was wir über unseren Stoffwechsel wissen keine gesunde Kombination. Auch Proteine zusammen mit reichlich KH treiben den Insulinspiegel überproportional hoch. Ziemlich unproblatisch ist aber die Kombi Proteine und Fett (das richtige, gesunde Fett vorausgesetzt - und keine Transfette und keine hohen Mengen mehrfach ungesättigter Fette). Dass viele Krebsarten bestens gedeihen, wenn ein dauerhaft hoher Insulinspiegel gewährleistet ist, jedoch gar nicht leiden können, wenn dieser möglichst moderat ausfällt, ist inzwischen bekannt und kaum in Frage gestellt. Wie dann jemand allerdings auf die Idee kommen mag ausgerechnet das Fleisch, aber nicht die Kohlenhydrate als Hauptverdächtigen zu betrachten....?!? Von Bluthochdruck, Diabetes 2, Demenz, Adipositas und anderen "Zivilisationskrankheiten" erst gar nicht zu reden.

Wenn dann Korrelationskoeffizienten - noch dazu auf Basis von Gedächtnisprotokollen und Fragebögen erstellt werden, dann geraten solche epidemiologischen Studien aus erkenntnistheoretischer Sicht zu einer Farce und man kann mit den gleichen Daten auch zu völlig anderen Schlußfolgerungen gelangen wie die, die publiziert wurde. Wunderbar unterhaltsam zB. hierzu die verschiedenen Interpretationen der bekannten "China-Study", die man im u.a. Internet finden kann, deren Daten nahezu jede Aussage stützen und sogar ihr jeweiliges Gegenteil - je nachdem was man an Ideologie bevorzugt.

Je mehr man über Ernährung und Stoffwechselzusammenhänge weiß, desto abstruser wird der Eindruck, den die "konventionelle Weisheit" vermittelt.

Wer's im Schnelldurchlauf auf knapp gefassten 500 Seiten will, dem empfehle ich das Buch "Good Calories, Bad Calories" von Gary Taubes als Einstieg in vertiefende Beschäftigung mit diesen Themen. Bei Youtube finden sich auch zahlreiche hochamüsante Interviews mit Taubes in denen er über "Good Science and Bad Science" in der Medizin/Ernährungswissenschaft Einblick verschafft.

EDIT: Gerade stosse ich auf ein weiters wunderbares und sehr aktuelles Beispiel für "Bad Science", die Korrelation mit Kausalität verwechselt: High Chocolate Intake And Nobel Prize Winnings Linked

Geändert von pinkpoison (15.10.2012 um 14:37 Uhr).