Ja, zum Thema 'Bremsen':
Ich war heute nicht zum.
(Na, war das jetzt ein deutscher Satz...

? )
Mein letzter Lauf lag über ne Woche zurück, aber es ging einfach nicht, da ich fast jede Nacht bis nach Zwo über meinerm Schmöker hing und morgens Schneeschaufeln musste.
Dies blieb mir auch heute nicht erspart, aber ich hatte spontanen Zwangsurlaub, da ich zuviele Stunden hab und musste zuhause bleiben.
Iss ja aber nicht so, das wir uns nicht zu helfen wüssten.
Das Klima animiert zu einigem und es taut schön, dennoch liegt stellenweise noch genug unberührter und teils verwehter Schnee, der zum Laufen mit optimiertem Kniehub anregt.
Ich hab von der guten Stunde unterwegs knappe 70Bilder mitgebracht, aber die Atmsphäre lässt sich einfach so gut wie nicht einfangen und der geniale Boden erscheint auf den Fotos nur weiss in weiss und ohne Reliefs.
Ein bissl kann man auf dem folgenden Bild immerhin erahnen, dasses fast senkrecht (ja, jaaa, eh klar...) hinauf ging.
Und das Beste daran: ich werde die Stelle wiederfinden.
Kurz bevors da raufging, ists dann passiert: ich hab ja bisweilen schon an den unmöglichsten Stellen Laufschuhspuren entdeckt und mich gewundert, dass da noch einer ausser mir im Unterholz rumzukrauchen scheint.
Heute stochere ich so im Gesträuch, muss irgendwo umkehren, weils nimmer weitergeht, komme an ne Wegkreuzung zurück und da läuft mir doch tatsächlich an genau DEM Punkt, der von allen Orten in der Umgebung am weitesten entfernt ist, noch ne Gestalt im Wald übern Weg.
Wie ich erwartet hätte, vollkommen unspektakulär. Keine Gelfläschchen am Gürtel, kein Walkman in den Löffeln, keine Kniestrümpfe.
Unwillkürlich wünschte ich, mein GPS-Tacho für Fussgänger hinge nicht so verräterisch am Oberarm, während mein Gegenüber bestenfalls geschätzt ne Casio- oder Timex-Digitaluhr aus den Achtzigern des letzten Jahrhunderts unterm Jackenärmel trug.
Ok;- den ForeTrex konnte ich n paar Ecken später wirklich gut gebrauchen: ich hatte wiedermal nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, wo ich war und wäre gefühlt haargenau in die falsche Richtung weitergerannt.
Nächtliche Exkursionen mitm Fahrrad helfen offensichtlich für die Orientierung nullkommanullnix und ich hatte ca. ungefähr genau ein einziges Mal den Eindruck, an einer Stelle schonmal längs gekommen zu sein, war mir aber nicht sicher und hab den Gedanken gleich wieder verworfen als mir klar wurde, dass das wenn, dann in der Weihnachtsnacht war, wo ich n paar Stunden lang im Wald verschollen war und orientierungslos mitm Fahrrad herumirrte...
Das da unten, geschützt in der Senke, kennen wir dann wieder: mein aktuelles Heimatnest. Bis dahin wars aber noch n gutes Stück Arbeit. Es ging zwar anderthalb Kilometer knapp bis zu meiner Haustüre bergab, war ursprünglich scheinbar mal geräumt, ich hatte aber brutalen Rückenwind und der Weg war knietief mit Schnee verweht.
Das zusammen brachte mich in die absurde Situation, dass der Wind den Oberkörper schneller bergab drückte, als die Füsse in dem tiefen Schnee folgen konnten. Pervers, oder eigentlich pervers geil.
Jou, und dann hab ich mir, zwecks Beschäftigungstherapie über die tollen Tage n paar Fliesen für meine Küche bestellt...
Fett, nä?