Zitat:
Zitat von Scotti
Warum ist dies so und warum riecht But so abgrundtief ekelig, wenn es für unsere Ernährung unverzichtbar sein soll?
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Möglicherweise riecht Blut nur
für Dich in diesem Moment "abgrundtief eklig", da Dein Instinkt Dir sagt, dass er das was im Blut drin ist gerade nicht braucht? Ebenso beim rohem Fleisch/Fisch?
Wenn ich mich ganz bewußt auf unbearbeitete, natürliche Lebensmittel und ihre sensorische Attraktivität einlasse (Geruch, Geschmack, Textur, Optik), dann gibt es Tage, da finde ich ein Stück Lammfilet widerlich, an einem anderen Tag, kann ich erst aufhören, wenn ich 300, 400 g davon verputzt habe. Aber: roh! Jegliche Bearbeitung von Lebensmitteln (Koche, Grillen, Würzen, Marinieren,...) täuscht unsere evolutorisch auf unbearbeitete Nahrung geeichten Sinne und damit funktioniert die instinktive Steuerung der Ernährung nicht mehr.
Interessanterweise kann es auch während der Verzehrs eines natürlichen Lebenmittels, bei dem die ersten Bissen wunderbar mundeten, von einem Moment zum anderen zu einer Veränderung der sensorischen Wahrnehmung kommen und auf einmal schmeckt es nicht mehr so gut, neutral, oder gar widerlich. In diesem Moment sollte man der Botschaft des Instinkts folgen und den Konsum einstellen.
Neben diesen Instinktaspekten spielen natürlich auch anerzogene Aspekte der Nahrungsmittelabscheu ne Rolle. Kaum jemand unserer Generation hat Appetit auf Insekten - unsere Urgroßeltern kannten alle noch die angeblich so leckere "Maikäfersuppe" und andere Insektengerichte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Maik%C3%A4fersuppe
In anderen Kulturkreisen zählen Insekten, Hühnerembryos usw. zu den Delikatessen. Da schüttelt es mich als Mitteleuropäer - aber das dürfte primär eine anerzogenen kulturelle Prägung sein und weniger eine instinktive Verweigerung solcher Nahrungsmittel.
Vielleicht spielt also auch der moralisch-ethische Aspekt, der Dich, scotti, zum Thema Vegetarismus hingezogen hat i8m Sinne einer "Selbsterziehung", eine begleitende Rolle, was Deinen empfundenen Ekel beim Thema Blut/Fleisch usw angeht. Generell zu behaupten, dass sich alle Menchen instinktiv davor ekeln würden, wäre sicherlich nicht realitätskonform.
Dass der MEnsch eine andere Art des Fleischkonsums wie ein Raubtier, das seine Beute komplett mit Haut und Haar und Innereien verschlingt pflegt, ist auch unbestritten. Der Mensch ist eben kein Raubtier, sondern entwicklungsgeschichtlich wohl eher zunächst ein Frucht- und Blattfresser, der irgendwann seinen Speisezettel um Aas, insbesondere Knochenmark und Hirnmasse von Aastieren erweitert hat. Muskelfleisch spielt traditionell eine sehr untergeordnete Rolle in der Wertschätzung von tierischer Nahrung. Bis heute gebührt ja auch deshalb traditionell dem Jäger der "Aufbruch", der extrem reich an essentiellen Fetten und Vitaminen ist. Erst das Erschließen protein- und fettreicher tierischer Nahrung durch die
homo australopitecus und seine Nachfolger der Gattung homo, die dann nicht nur passiv Aas erbeuteten, sondern zu aktiven Jägern wurden, war das Hirnwachstum, höhere Geburtenraten und damit die "Menschwerdung" überhaupt möglich.
Eine völlig andere Frage ist dann aber die der notwendigen Mengen an tierischen Nahrungsmitteln. Hierzu gibt es ganz erhebliche Meinungsunterschiede in der Fachliteratur. Nachdem ich mich mit zahlreichen Studien zu diesem Thema aus der ersten Hälfte des 20.Jh. beschäftigt habe, die vor allem auch die Rolle der Darmflora für die "Selbst"produktion von Vitaminen und die Proteingenese aus dem Stickstoff der Luft zum Thema haben, bin ich eher skeptisch geworden, ob man tatsächlich so viel (tierische) Proteine zuführen muss, wie die herrschende Meinung meint zu wissen. Aber das ist eigentlich scon wieder ein völlig anderes Thema. Alleine vom Blickwinkel des Säure-Basen-Haushaltes muss man klar sagen, dass tierische Proteine, Getreide, Milchprodukte, Zucker wenn dauerhaft im Übermaß genossen - d.h. mehr als 30% der optischen Menge auf dem Teller - zu gesundheitlichen Problemen führen können. Aber nichst anderes hab ich ja stets auch geschreiben. Wenn mir hier unterstellt wird, dass ich eine Diät, die zu nahezu 100% aus Fleisch besteht vorschlage, dann hat man meine Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden oder man will sie nicht verstehen und lediglich pöbeln.
Gruß Robert