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Alt 16.06.2011, 14:15   #301
Pantone
Szenekenner
 
Registriert seit: 08.05.2008
Beiträge: 1.805
Money, money, money

Erziehung hat man ja ein Leben lang, die wird man einfach nie los. Und wenn man sich noch so bemüht. Natürlich treffe ich meine Entscheidungen schon lange selbst, aber eigentlich weiß ich immer noch ganz genau, wie meine Mutter und mein Vater die ein oder andere so finden würden. Entsprechend teilt man den Eltern ja auch heute diejenigen instinkt-sicheren Entscheidungen garantiert nicht mit, die einer analytischen, objektiven Analyse einfach nicht Stand halten würden.

Nehmen wir z. B. die Materialfrage. Wenn mein Vater einen 5er-BMW fährt und meine Mutter eine Cartier-irgendwas am Handgelenk mit sich rumträgt, sind diese Ausgaben schlichtweg der Qualität der Produkte geschuldet. Wer jetzt glaubt, die Oldies würden das aus reiner Begeisterung für Luxus-Güter tun, liegt komplett falsch. Meine Eltern sind nicht bereit, für minderwertigere Qualität Geld auf den Tresen zu packen. Das sehen die einfach nicht ein. Besonders bemerkenswert finde ich dabei, dass man beide nachts wecken und sie nach den aktuellen Angebotspreisen der drei nächstliegenden Supermärkte für mindestens fünf verschiedene Joghurtsorten fragen könnte und die Antworten sofort wie aus der Pistole geschossen kämen und garantiert richtig wären.

Qualität liegt aber natürlich auch immer im Auge des Betrachters. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass meine Mutter erstaunt ist, wie viel Geld man für seinen Sport ausgeben kann. Und dabei gehöre ich noch nicht mal zu den High-End-Käufern bei all den schönen nützlichen und unnützen Dingen, die der Triathlon so zu bieten hat. Nach wie vor ruft meine Mutter mich auch gern an, um mir nur ´mal zu sagen, dass ihr bevorzugter Discounter nächste Woche Laufsachen im Angebot hat. Und die sehen wirklich gut aus.

In den 70-er und 80-er-Jahren war es ja geradezu verpönt, zu viel Geld für seine Sportausrüstung auszugeben. Wenn man gut ist, ist man gut, war das Credo. Schlimmstes Urteil war die harmlos gestellt Frage: "Bist du Materialspieler, oder was?". Das hieß mit anderen Worten nichts anderes als "Wenn man dir deine High-End-Ausrüstung wegnimmt, bleibt nichts übrig." Die Sportskollegen blieben dann in der Regel auch nicht lange bei der erwählten Sportart, und wenn, dann eher auf der Ersatzbank.

Aber irgendwann meldet sich der genetische Code hinter der mühevollen Erziehung. Das merke ich genau. Seit ich einmal auf meinem Mountain-Bike diese sau-schnellen Laufräder von meinem Mann gefahren bin, bin ich mir sicher: "So muss das sein." Für´s Wochenende hat er mir jetzt seine Rennrad-Laufräder versprochen. Also, wenn ich da magische Zeitziele durchbreche, werde ich mich am Montag sofort auf die Suche nach neuem Material machen. Koste es, was es wolle.

Meinen Eltern sag´ ich lieber nichts. Aber ich denke ´mal, die würden ohnehin keinen Unterschied erkennen.


PS: Manche Artikel bleiben sogar bei Aldi wie Blei im Regal liegen. Der String-Tanga in Compression-Ausführung befindet sich schon seit Längerem in der "Reduziert"-Schütte. Es will ihn einfach keiner haben.

Geändert von Pantone (16.06.2011 um 14:27 Uhr).
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