Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ist schon alles richtig, was Du sagst. Aber man kann IMO eine zu Unrecht erfolgte Verurteilung nicht völlig ausschließen. Der Fall ist zu unklar, um sich voll auf die eine oder andere Seite zu stellen.
Grüße,
Arne
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Völlig ausschließen kann man eine falsche Verurteilung auch bei den direkten Nachweisverfahren nicht. Auch da lässt sich immer eine Situation konstruieren, derzufolge der Athlet, bei dem eine Substanz gefunden worden ist, unschuldig ist (kontaminiertes Fleisch, Haschkekse von der Schwiegermutter, von der Stasi in die Zahnpasta gemischtes Nandrolon, im Wettkampf vom Veranstalter angereichte offene mit Dopingsubstanzen versetzte Getränke usw.).
Wenn man bei Dopingverdacht nur Verurteilungen mit hundertprozentiger Sicherheit akzeptieren will, dann kann man den ganzen Antidopingkampf auch gleich ganz bleiben lassen.
Schon jetzt sind dopende Athleten deutlich im Vorteil gegenüber den Verbänden, die sich um einen sauberen Sport bemühen.
Um den Fall Pechstein selbst hundertprozentig zuverlässig zu beurteilen fehlt mir ehrlich gesagt die entsprechende Expertise, obwohl ich mich diesbezüglich trotzdem für deutlich qualifizierter halte, als die meisten Journalisten, die es sich zutrauen meinungsbildend klar in die eine oder andere Richtung Stellung zu beziehen.
Ich vertraue da eher auf unabhängige Experten, insbesondere solche aus dem nicht deutschsprachigem Raum:
welches Interesse sollte z. B. Bengt Saltin, ein international hoch angesehener Physiologe und federführender Berater der WADA haben, ein deutsche Eisschnelläuferin in die Pfanne zu hauen?