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Alt 01.03.2011, 19:02   #4321
bellamartha
Szenekenner
 
Benutzerbild von bellamartha
 
Registriert seit: 30.05.2010
Beiträge: 6.166
Hi Lutz,
ich habe es dir irgendwann schon mal per Mail geschrieben und es ist immer noch mein Eindruck: Der Sport ist schön und gut, das Forum auch, aber ich habe bisher - entgegen der Meinung vieler anderer hier - nicht den Eindruck, dass dir der Sport und die virtuelle (wenn auch teilweise mittlerweile reale) Welt des Forums zu wirklichen Fortschritten verhelfen. Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen und dich zu kränken - aber ich versichere, dass ich dich nicht kränken will: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Sport eine feine Möglichkeit ist, sich Gutes zu tun, den Willen zu üben und glaube, dass gerade psychisch kranke Menschen davon profitieren können. Dich finde ich aber nach wie vor erschreckend instabil. Das nehme ich eben ganz anders wahr, als viele andere hier, die bei dir eine so gute Entwicklung sehen. Mein Eindruck von dir ist nach wie vor der eines Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen. Ich glaube, dass du dringend eine dauerhafte Stabilisierung benötigst- ob das in der Klinik passieren soll, muss oder kann sei mal dahin gestellt, das musst du entscheiden, zusammen mit den Ärzten, deiner Freundin und vielleicht anderen Menschen, die dich und deine Krankheit kennen. Erst wenn es dir stabil besser geht - und damit meine ich Stabilität, die Monate anhält und nicht mal ein paar Tage oder ein, zwei Wochen - halte ich Sport für geeignet, seine positive Kraft zu entfalten, anstatt dich immer wieder zu demotivieren, dir immer wieder vor Augen zu halten, dass du es nicht packst. Denn das ist es, was ich immer lese. Und wie damals schon gesagt: Es ist nett und emphatisch von Forumsmitgliedern, ihre eigenen "Problemchen" beim Sport mit deinen zu vergleichen, aber es ist eben NICHT dasselbe, wenn ein Mensch, der gesund ist und der in der Woche 10 oder 20 Stunden trainiert, mal keinen Bock hat, während dich die Depression voll erwischt und du von Aufstehen, sich Waschen, Dinge erledigen nur träumen kannst, von Sport mal ganz zu schweigen. Und ich bleibe auch dabei, dass es eben NICHT zu vergleichen ist, wenn gesunde Menschen hier im Forum auch mal zu viel Schokolade essen oder Alkohol trinken, während du essen einzusetzen scheinst, um deine Befindlichkeit zu regulieren, den Wunsch hast, dich mit Alkohol zu betäuben und (wenn ich mich recht erinnere) in der Vergangenheit unter einer Essstörung gelitten hast und vielleicht noch leidest.
Ich will niemandem auf die Füße treten, ich finde anerkennenswert, dass du hier so gute Kontakte knüpfen konntest, ich finde gut, dass du Menschen hier aus dem virtuellen in den realen Raum geholt hast. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass Sport eben kein Heilmittel an sich ist, dass du professionelle Hilfe und Selbsthilfe mit anderen Betroffenen brauchst und dass du die Entscheidungen, die jetzt anstehen nicht vom Trainingslager abhängig machen solltest, denn das wird es im nächsten Jahr voraussichtlich auch wieder geben.
Sorry für den Redeschwall.
Noch was zu mir: Als jemand, der mit psychisch kranken Menschen arbeitet, noch dazu in einer Klinik, bin ich natürlich vom positiven Nutzen professioneller Behandlung überzeugt. Viele Menschen brauchen viel Zeit und viele Anläufe. Weil es früher mal nicht so gut lief, heißt es nicht, dass es falsch ist, es noch mal zu versuchen. Und ich meine mich zu erinnern, dass es auch gute Erfolge nach einer langen stationären Zeit gab.
Ich hoffe, dass du eine Entscheidung treffen kannst und dass das, für das du dich entscheidest, dir dann gut tut. Ich hoffe, dass es dir irgendwann wieder gut geht. Dass das in ein paar Tagen oder Wochen ist, ist vielleicht zu viel erwartet, wenn man meine Maßstäbe von gut gehen" anlegt, also eben Stabilität, Zufriedenheit, mit der Situation umgehen können und das mittel-und langfristig.
Lieber Lutz, alles Gute für dich!
Gruß aus Essen!
Judith, die an dich denkt.
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