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Zitat von Gelbbremser
Diszipliniert einen Ernährungplan umsetzen kann ich, als Ex-ADS Kind (Eigendiagnose) genausowenig wie Trainingspläne - das ziehe eher alles nach Tagesgefühl, Lust und Laune durch, und habe Freude dran. Sport treibe ich in verschiedenen Disziplinen schon seit meinem 12 Lebensjahr.
Aus der Paläodebatte nehm ich als Input eine Reduzierung meiner Kohlehydratmengen und mehr Nüsse als Snak mit. Dann muss ich vielleicht bei meinen Wettkämpfen vorher nicht mehr so viel auf´s Clo, vielleicht werde ich dann durch Stressreduzierung wieder schneller - mit 51 muss man alles ausreizen.
Und natürlich das "Vorwettkampffrühstück" - zu meiner nicht Paläomäßigen Nudelsuppe kommen in Zukunft Schrimps/Lachs oder so dazu..... mehr Einweiß und ich zerr mich hoffentlich nie mehr
Also locker bleiben, und sich bei der Debatte hier nicht stressen, ich finds interessant drum les ich ja alles, komm leider nur abends dazu, das immer ´n bißchen viel.
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Hallo Gelbbremser,
danke Dir für Deine interessante und ausführliche Stellungnahme zu unseren Debatten! Dein kleiner Rückblick auf die Geschichte Deiner persönlichen Ernährung spiegelt das wieder, was viele im Laufe ihres Lebens ähnlich erfahren: Man hat Phasen in denen man sich irgendwie ernährt (oder man von Dritten ernährt wird, seinen es Eltern oder Partner oder die Mensa/Kantine) und man hat Phasen in denen man aus unterschiedlichen Gründen heraus über seine Ernährung nachdenkt - sei es aus ethischen, politischen oder gesundheitlichen Beweggründen. Je älter man wird, desto sensibler reagiert der Körper meiner Erfahrung nach auch auf das was man ihm zuführt. Viele Zipperlein und Wehwehchen, die man in seiner Jugend noch nicht kennenlernen mußte betreten die Szene und man wird damit konfrontiert, wie wenig die Schulmedizin zur Lösung zu bieten hat... man sucht Lösungen und sucht sie auch in der Ernährung. Wieder andere sehen am Beispiel der Großeltern oder Eltern, wie das Alter und seine (scheinbar) unvermeidbaren Degenerationsprozesse den Körper und Geist betreffend die Lebensqualität drastisch beeeinträchtigen können - und sie fragen sich: Was kann ich tun, um mir ein ähnliches Schicksal ersparen zu können, zumal ich unter Umständen die genetischen Anlagen für die gleichen Gebrechen geerbt haben könnte. Auch hier suchen viele in der Ernährung nach Lösungswegen.
Du selbst hast als weiteren Ansatzpunkt einer Hinwendung zu Ernährungsfragen Deinen Sport angeführt: Du willst Deiner mit den Jahren gestiegenen Verletzungsneigung begegnen und Dein Leistungsniveau möglichst lange halten.
Die jüngeren unter Euch machen sich im Kontext der "Leichtigkeit des Seins" der jungen Jahre oft keine vertieften Gedanken über solche Themen, weil schlicht alles passt: Der Körper tut seinen Dienst, auch wenn man ihn bisweilen nicht gerade sorgsam behandelt, Krankheiten beschränken sich auf Erkältungen in der kalten Jahreszeit und ansonsten schlägt sich so gut wie jeder Trainingsreiz auch noch in Leistungszuwachs nieder. Was soll also dieser ganze Ernährungshype?!? .... Ihr solltet gelegentlich dran denken (zumindest will ich euch dazu anregen), dass auch ihr in die Jahre kommen werdet. Und ich bin überzeugt davon, dass es Sinn macht frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen, und nicht erst mit damit anzufangen, wenn keine Wartungs- sondern nur noch Reparatur- oder gar Sanierungsarbeiten helfen können. Soviel dazu....
Lieber Gelbwurz, ich freue mich, das Du ein paar Aspekte aus der Debatte für Dich gefunden hast, die du für umsetzungswürdig hältst. Ich kann mir gut vorstellen, dass die von dir ins Auge gefassten Maßnahmen, positive Wirkung im Sinne Deiner Zielsetzung entfalten können. Wenn ich noch einen Vorschlag anbringen darf: Versuche die Kohlenhydratreduktion vor allem mit Reduzierung von Getreideprodukten und raffinierten Zuckern anzugehen und teste mal ne Weile den Säuregehalt Deines Urins mit Teststreifen aus der Apotheke und erstelle ein pH-Profil deines Urins über eine Woche. Möglicherweise hat Deine Zerrungsneigung mit einer "chronischen metabolischen Azidose" (Übersäuerung) zu tun. Sollten die pH-Werte in diese Richtung deuten, kannst Du ja entsprechend mit der Ernährung dagegen arbeiten.
Gruß Robert