Zitat:
Zitat von Flow
Eventuell liegt das auch ein bißchen daran, daß der nahegelegte Meinungskorridor zu den genannten Themen recht schmal geschneidert ist. Die von dir wahrgenommene Konformität könnte auch darin bestehen, daß die als alternativlos präsentierte Uniform etwas zu eng ist. Im Übrigen suggerierst du die Konformität des Gegen-, des richtigen Meinungsclusters ja ebenso, wenn du Abweichungen in nur einzelnen Punkten kategorisch ausschließt ...
Grüße ... 
|
Meinungskorridore? Lanz und Precht geschaut?
Aber eigentlich beschäftigt mich Deine Formulierung "nahegelegte" Meinungskorridore. Wer legt denn nahe?
Ich habe das Gefühl, dass diese vermutete Einengung der Meinungskorridore sehr oft in einer Mediendiskussion auftaucht, in der man Medien vorwirft, nicht alle Meinungen angemessen zu berücksichtigen. Dazu zwei Gedanken:
Die Fragmentierung der Gesellschaft ist ja keine Erfindung der Medien. Die lässt sich unter anderem in der Politik nachvollziehen, wenn wir uns die zunehmend fragmentierte (man könnte natürlich auch sagen: bunter werdende) Parteienlandschaft ansehen. Beispiel Niederlande: da sind mittlerweile 15 Parteien im Parlament. Da sind daher 15 enge Meinungskorridore vertreten statt z.B. drei weite, in denen eine gewisse innere Meinungspluralität vertreten wird (wie es in Österreich lange der Fall war).
Und zweitens ist der Vorwurf, die "Mainstreammedien" würden manche Standpunkte nicht angemessen transportieren, in vielen Fällen insofern unberechtigt, als sich manche Parteien einfach verweigern. Zum Beispiel lehnt der Parteichef einer großen Partei in Österreich grundsätzlich Interviewanfragen bestimmter Medien ab, vorwiegend von öffentlich-rechtlichen, aber nicht nur. Er kommuniziert praktisch ausschließlich über parteieigene oder parteinahe Medien. Der Vorwurf der Einengung des Meinungskorridors muss also wohl dem betreffenden Parteichef gemacht werden.