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Alt 28.07.2025, 22:00   #864
mrtomo
Szenekenner
 
Benutzerbild von mrtomo
 
Registriert seit: 31.07.2016
Ort: Augsburg
Beiträge: 822
Lang ists Her, Kurz ists Hin

Schnell vergeht die Zeit, wann man mal richtig eingespannt ist und wird. Woche um Woche hab ich dieses Jahr schon mein Programm abgespult und ich bin in der Folge der Rennen aus dem letzten Post auch solide durchgekommen.

Beim Halbmarathon-Ausflug nach Mailand habe ich aus dem Training heraus ohne spezielle KM Umfänge in Halbmarathon Tempo eine 73:51 geschafft. Unser Ziel war es in der Langzeitplanung unter 75 Minuten zu Laufen, um von der Anaeroben Fitness auf dem richtigen Weg für die Estland Vorbereitung zu sein. Und das habe ich an einem frischen, verregneten Tag im März in Mailand geschafft.

Danach ging es in den ersten richtigen Triathlon Block. Viel noch auf der Rolle, wegen der kalten und nassen Bedingungen hier im Frühjahr. Erst mit einem Urlaubs-Lager, die Kombination aus Urlaub und viel Radfahren mit meiner +1, kamen auch die ersten Radkilometer richtig auf den Tacho. Mit knapp 900km in 2 Osterwochen war die erste Grundlage für die lange Vorbereitung bis zum August gelegt.


Weiß von der ganzen Rollenbräune 2025 vor Ingolstadt.

Im Mai war dann Start Nummer 7 beim Triathlon in Ingolstadt. In den Tagen davor wurde ich endlich Mal wieder richtig nervös. Endlich wieder Racen, endlich wieder mit Form am Start, nachdem ich letztes Jahr eine "entspanntere" Saison durchgezogen habe.
Worüber ich mich super gefreut hatte in Ingolstadt war, dass ich als erster aus dem Wasser kommen konnte. Was sicher auch daran lag, dass die starken Schwimmer der letzten Jahre nicht mit dabei waren sondern sich auf die Mitteldistanz versetzt haben. Am besten erinnere ich mich heute noch, dass ich kurz nach der zweiten Boje die Führung übernommen habe. Davor bin ich mit dem späteren Sieger des Rennens Schulter an Schulter geschwommen.
Mein Coach stellt mir im Training aber immer wieder Sessions ein bei denen ich nach 50 oder 75 Metern ein paar harte, schnelle Züge einstreuen soll, um die Gesamtgeschwindigkeit hochzuhalten und um Lücken schließen zu können. Diesmal habe ich es in Ingolstadt zur Flucht nach vorn genutzt: Ich bin 2 Meter nach Links und habe dann statt 5 einfach 10 schnelle Züge gemacht und das Tempo hoch gehalten. Das Resultat: Meine Freundin hat nich damit gerechnet, dass ich als erster aus dem Wasser komme und daher gedacht: "Ah, da kommt der Erste. Da wird der Tom bestimmt in der Dreiergruppe dahinter sein" - Am Ende gab es kein Foto von mir auf dem Weg aus dem Wasser zum Rad.
Da hört die große Zufriedenheit leider auch schon auf. Die Werte auf dem Rad waren gut, bestimmt auch sehr gut und Traumwerte an anderen, früheren Renntagen. Aber ich hatte mir einfach knapp 20 Watt Normalized mehr vorgenommen auf dem Rad. Der Druck war nicht da, ich war nicht auf der Höhe und das ganze hat sich dann bis zum Ziel leider durchzogen. Die Beine waren schwer und auch beim Laufen war ich gute 10 Sekunden pro KM langsamer als ich an einem guten/normalen Tag von mir erwartet hatte.
Also am Ende war Mundabwischen, Fokus auf T100 Lauingen und das nächste Rennen angesagt.


Und am Sonntag zwei Wochen später war es auch schon wieder soweit: 2km Schwimmen, 75km Radfahren und etwa 20km Laufen in Lauingen. Der Flachste Kurs neben dem Ironman Italien für mich. Und die perfekte Vorbereitung für 550hm auf 180km in Estland.
Aber auch hier: Sehr gutes Schwimmen. Auf Platz 3 aus dem Wasser, auf Platz 1 aufs Rad. Dann kurz überholt geworden und aber schon gesehen: Der Puls geht wieder nicht runter. Wieder deutlich höher als im Training für die selben Watt. Beziehungsweise: Ich bin am Wochenende vorher eine harte Einheit mit 15 Minuten Tempo gefahren und hatte da einen Durchschnittspuls von 159 und Normalized Watt um die 358. In Lauingen hatte ich am Ende eine Wattzahl von 270 Average und 1 Schlag mehr im Schnitt... Irgendwie war für mich da der Wurm drin.
Aber anders als in Ingolstadt habe ich nicht darauf gehofft, dass der Puls runter geht oder es besser wird. Ich bin mit Risiko in die 4 Runden gegangen und habe schön 10 Watt pro Runde abgebaut und den Puls fast gehalten.
Am Ende waren die Beine echt schwer und das Laufen war auch wieder 10 Sekungen langsamer als erwartet. Leider.
Was da für viele nicht zusammen passt ist dann mein Gefühl und das Ergebnis: Am Ende habe ich die Siegerzeit des letzten Jahres um gut 6 Minuten geschlagen und mit der schnellsten Radzeit des Tages auch alles rausgeholt, was am Ende zum Tagessieg gereicht hat. Aber das Ziel war eben das Gefühl von Ingolstadt auf dem Rad und beim Laufen gelöst zu bekommen.


Finish Line Lauingen

Seit Lauingen ist dann im Training nochmal viel passiert. Eine Key Session war die lange Radfahrt am Wochenende mit gut 5 Stunden, Race-Pace Intervallen, Harten Antritten, Sweet-Spot und mehr Race Pace. 4 Mal habe ich diese 5h Einheit jetzt schon durchgezogen. Kommenden Sonntag steht sie das letzte Mal an. Und dann ist es auch schon Zeit langsam aufs Tapering für den 23.8 zu schauen. Denn die Form ist da.
Am Wochenende war Wettkampftest. Das Setup steht, die Watt sind auf einmal doch da auf dem Rad, aber was mich noch viel mehr wundert: Bei der geplanten Race-Pace beim Laufen ist der Puls derzeit genauso hoch, wie bei den Watt auf dem Rad. Was mich für das Laufen in Estland wirklich sehr zuversichtlich stimmt. Und das kommt von mir. Für diejenigen die mich schon länger verfolgen: Laufen war zwar immer gut, aber auch immer ein Risiko, dass da etwas kaputt geht.
Deshalb: Die letzten Wochen werden sicher schnell gehen. Ich werde bis Estland wahrscheinlich hier nichts mehr groß posten. Aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf Strava ein Kudos von jemand aus dem Forum bekomme und dann denke ich an die coole Community.
Ich lese weiter fleißig mit und freue mich, wenn ihr meine mittlerweile etwas ruhgiere Reise, dieses Jahr wieder nach Estland, mit begleitet.
LG
Tom
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Managing Master, Triathlon and Friends.
@tomhohenadl - tomhohenadl.de
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