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Zitat von Siebenschwein
Nimm unsere Braunkohle, die wir weniger verstromen: die kauft keiner.
Nimm unsere Steinkohle, die wir nicht mehr fördern, die ist raus.
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Das ist klar. Die Kohle (Rohstoff

) im eigenen Garten ist so ziemlich die einzige fossile Ressource, die wir steuern können. Das gilt aber auch für Indien und China. Natürlich geht es da um deren Garten. Und deren Priorisierung ist Energiesicherheit und Preisstabilität, um Wachstum zu sichern. Also macht es für diese Länder Sinn, auf diese Ressourcen zuzugreifen. Sie müssen erstens keine Repressalien von außen befürchten und das Zeug reicht für viele 100 Jahre.
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Der Ölmarkt ist komplexer, aber grundsätzlich kauft niemand bloss weil es billig ist, obwohl er keinen Bedarf hat.
Sieh es einfach als Angebot-Nachfrage-Problem: wenn die Mengen sinken, weil wir weniger kaufen, sinken die Preise. Wenn jemand anderes unsere Menge kauft, steigt der Preis wieder. Aber zu dem Preis hätte er auch früher schon kaufen können- hat er aber nicht, weil er nicht wollte oder konnte. Vielleicht kauft er etwas mehr, aber nicht die gesamte Menge, die verfügbar wäre.
Was paradoxerweise noch hinzukommt: längerfristig niedrige Preise führen oft zur Verringerung des Angebots, weil bestimmte Lagerstätten nicht mehr rentabel sind.
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Das liest sich plausibel. Die Fördermenge an Öl über die letzten Jahrzehnte erzählt aber eine ganz andere Geschichte. Ob der Preis bei 20 Dollar oder bei 160 Dollar lag. Es ging immer stetig weiter. Es ist genauso passiert wie DocTom beschrieben hat. Es gab nur eine echte Ausnahme. Das war Corona. Da ging die Förderung leicht zurück. Da stand aber auch die Weltwirtschaft. Und auch da wäre es weitergegangen, wenn es Lagemöglichkeiten gegeben hätte. Hier war der Knackpunkt.
Vergiss nicht, dass z.B. die Saudis Förderkosten von 7 Dollar haben. Sogar der Break Even beim Fracking ist deutlich nach unten gegangen.
Der Bilick auf die letzten Jahrzehnte erzählt einfach eine andere Geschichte. Man sollte hier auch in Betracht ziehen, dass frei verfügbare Ressourcen in der Erde eines Landes nicht mit der Preis und Produktionsentwicklung von Gütern vergleichbar ist.
Zitat:
Ich bin da deutlich optimistischer.
Die Entwicklung der Nicht-Indistrieländer wird nicht so verlaufen, dass sie erstmal schrittweise die Technologien der letzten 50 Jahre nachholen. Beispiel Mobiltelefone: ganz Afrika hat mittlerweile Handyempfang - ohne erstmal ein Festnetz aufzubauen. Die Stationen werden übrigens oft durch Solarpanels lokal versorgt, weil kein Szromnetz vorhanden ist. Man überspringt also Technologieschritte und baut, was Sinn ergibt.
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An dem Punkt liegt unsere Erwartungshaltung deutlich auseinander. Wenn ich Deine Annahme teilen könnte, würde ich den europäischen und insbesondere den deutschen Ansatz nicht in dem Maße kritisieren. Ich glaube das aber nicht und sehe uns hier in eine Sackgasse laufen
