Zitat:
Zitat von Adept
Danke für die Info.
Ok, man weiss also die Faktoren, die zur erfolgreichen Integration beitragen. Aber man kann nicht sicher sagen, ob Immigration aus kulturfernen Ländern in Richtung Integration oder in Richtung Parallelgesellschaften geht, oder?
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Ich tu mich schwer mit der Beantwortung der Frage, weil selbst Studien "Parallelgesellschaft" unterschiedlich definieren und auch eine statistische Erhebung von "Integration" aus zahlreichen Items besteht.
Das Schweizerische Bundesamt für Statistik erhebt tatsächlich für die Migranten bis zur 3. Generation eine breite Liste von Merkmalen (in Clustern wie Bildung, Arbeitsmarkt, Lebensbedingungen, Gesundheit, Bürgerliche Teilhabe, Sozialer Zusammenhalt) und bezeichnet diese als "Integrationsindex". Geht man die Merkmale dieser Integrationsindikatoren durch, ergeben sich fast überall Unterschiede zur nicht-migrantischen Bevölkerung. Die Migranten gehören vom Einkommen her eher zur Arbeiterschicht, womit sich manche Unterschiede zur Gesamtpopulation aus meiner Sicht besser interpretieren, erklären lassen als mit der Herkunft (wegen der sozialen Bildungs-/Aufstiegsschranken z.B.). Erstaunlicherweise ist allerdings der Anteil in Führungspositionen vergleichbar dem Anteil der Einheimischen.
Integrationsindikatoren Schweiz
Interessant finde ich das Ergebnis beim sozialen Zusammenhalt:
Zitat:
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Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt im Alltag offener als jene ohne Migrationshintergrund. Sie hat auch signifikant häufiger rassistische Diskriminierung erfahren als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund, insbesondere die der ersten Generation, gibt seltener an im Bedarfsfall auf Hilfe von anderen hoffen zu können als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
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Statistischer Bericht zur Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Schweiz für die Jahre 2011-2015, 80 S.
Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund in der Schweiz beträgt übrigens
40 % (nach Sellner hätte da der Austausch aus demografischer Sicht schon den "point of no return" überschritten.).