Zitat:
Zitat von trifeminine
ich richte das training anhand des momentanen leistungsstandes aus, für einen halbmarathon zb mache ich viele läufe an der aneroben schwelle und intervalle mit ausbelastung. dabei ist die zielzeit ziemlich egal für die trainingssteuerung, mach ich die tempoläufe zu schnell (weil zielzeit zu schnell), komm ich ins übertraining, mach ichs zu langsam (weil zielzeit zu vorsichtig gewählt), hab ich wenig trainingseffekt.
macht das hier keiner so???
genauso bei der grundlage - meinen körper interessiert es nicht, was ich gern hätte, dass er laufen kann. im moment entspricht diese und jene intensität meinem grundlagenbereich - und genau den versuche ich im training zu treffen ...
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Ich kann Deine Denkweise sehr gut nachvollziehen, weil ich - und das klingt (und ist) jetzt fuerchterlich altvaeterlich - frueher auch so gedacht habe.
Zwei Punkte:
1. Es gibt keine anaerobe Schwelle. Der Uebergang ist fliessend und eine exakte Trainingsgeschwindigkeit an einer solchen Schwelle ist daher nicht zielfuehrender, als andere Geschwindigkeiten.
2. Am Anfang der Laufwettkampfvorbereitung ist man nicht in der Lage, die volle Distanz im angepeilten Tempo zu laufen - das ist richtig und auch gewollt. Doch gerade bei den langen Distanzen muss man den Koerper (und v.a. den Geist!) auf Wettkampfgeschwindigkeit eichen. Ein TDL im 4:30er Schnitt beim Ziel Sub3 zu Beginn des Trainings hat sicher seinen Stellenwert, aber ein solcher im angepeilten Marathontempo (4:10) ist mE hoeher zu bewerten (sog. FMP - Fucking Marathon Pace). Mit zunehmender Fitness erhoeht man dann die Belastungsdauer.
M.E. koennen alle Trainingsmittel zielfuehrend sein. Ein Schwerpunkt sollte jedoch im Verlauf der Vorbereitung zunehmend auf der Wettkampfgeschwindigkeit liegen. Und zwar je naeher der Wettkampf kommt, desto eher. Trainiere ich vier Monate vor dem Marathon noch 200er in 30s und 50km-Laeufe in gemuetlichen 4 Stunden, so sind es in den letzten Wochen FMP-Laeufe, die das Training bestimmen.