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Zitat von qbz
Unter linke Politik verstehe ich das, was linke Sozialdemokraten und Sozialisten und Gewerkschaften an demokratischen, sozialen, wirtschaftlichen Reformen in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem fordern.
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Klar, da gehen unsere Definitionen auseinander. Für mich ist linke Politik primär ein Einsatz für die Unterstützung der Leistungsschwächeren in der Gesellschaft, für sozialen Ausgleich und Bildungs- bzw. Aufstiegschancen für alle. Diese Grundthemen bis Ende der 80-er konnte ich überwiegend nachvollziehen und unterstützen; was danach kam bis heute geht mir aber oft zu weit, weil die Forderungen nach immer mehr staatlichem Eingriff auf allen möglichen Gebieten kontraproduktiv sind, was die Finanzierbarkeit angeht, und die Bedürftigsten dadurch zu kurz kommen - darum bin ich ab dem Punkt eher bei Schröder, als Lafontaine, der ja auch konsequent zu den Linksextremen wechselte. Und gerade bildungspolitisch sehe ich seit Jahren keinen sinnvollen Ansatz, den ich unterstützen könnte.
Blüm werfe ich kein "Herz-Jesu-Marxismus" vor, sondern einfach Versagen im Amt bzgl. Rente, einschließlich der Sicherheits-Lüge. Die Pflegeversicherung war an sich eine gute Idee und guter Schritt nach vorne, auch wenn man über die Praxis anderer Ansicht sein mag, wenn man betroffen ist (ich sitze gerade am Pflegebett meines 91-jährigen Vaters in Ungarn, das ist dort nochmal eine andere Kategorie, aber ich weiß, wovon ich rede auch durch unseren behinderten Sohn und einer Schwiegermutter, die 8 Jahre im Pflegeheim gelebt hat).
Das Thema Friedenspolitik sehe ich nicht als likes oder rechtes Thema, sondern grundlegend menschlich, wobei ich als Realist nicht glaube, daß Friedenspolitik dauerhaft funktioniert, wenn man selbst nicht effektiv wehrhaft ist; es geht also um verschiedene Wege zu Frieden in Sicherheit (Frieden allein ist nur ein begrenzter Wert).