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Zitat von Trimichi
Über was reden wir? ....
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Ausgangspunkt war das Thema der Administrativhaft in Israel und die Freilassung palästinensischer Gefangener. In dem Zusammenhang habe ich auf AI verwiesen, weil die ja erfahrungsgemäß die besten Kenntnisse über die Justiz und die Haftanstalten in den Ländern der Welt haben. Natürlich hatte die Anwendung der Apartheid in Südafrika andere konkrete Ausformungen wie in Israel und ich würde nie kriminelle Gewaltaktionen (Terrorismus) als Widerstand rechtfertigen oder relativieren wollen.
Ich finde es sehr gut und interessant, wieviel intellektuelle Juden / Jüdinnen sich in Deutschland und westlichen Ländern zur israelischen Politik und Regierung öffentlich äussern. So hat heute die Berliner Zeitung ein interessantes, empfehlenswertes Interview mit der israelisch-amerikanisch-deutschen jüdischen Philosophin Susann Neiman, Direktorin am Einstein Forum in Potsdam, geführt, zum Thema des Deutsch-Isrealischen Verhältnisses. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und lebt übrigens in Berlin-Neukölln. Obwohl der Schwerpunkt des Interviews auf die Einstellung in Deutschland zu Israel liegt, findet sich darin auch ein Satz zum Begriff "Apartheid":
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Frage. "Sie benutzen bewusst das Wort Apartheid für die israelische Besatzung in Gaza auch weiterhin?"
Neiman: "Apartheid ist ein klarer juristischer Begriff, es bedeutet zwei verschiedene Rechtssysteme für zwei verschiedene Völker. Alle Menschenrechtsorganisationen von Human Rights Watch bis Amnesty International, auch israelische, sind sich einig, dass das auf das Westjordanland zutrifft. Und man muss nur fünf Minuten dort verbringen, um das selbst zu sehen. Was ich nicht verwende, ist das Wort Siedlerkolonialismus, denn es verwischt die lange Geschichte. Israel ist nicht so entstanden wie Südafrika oder Indien."
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Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.
Lg qbz