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Szenekenner
Registriert seit: 16.11.2006
Ort: Eisenach
Beiträge: 2.592
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WK 52
Montag
Büroarbeit und letzte Weihnachtseinkäufe. Sowie einiges von der „to do“ – Liste abarbeiten.
Dienstag
Ich habe Urlaub. Gelegenheit, mal eine kleine Mountainbiketour zu veranstalten. Wie ich das immer mache, wenn ich kein konkretes Ziel habe, fahre ich erst mal jeden mir un- oder wenig bekannten Berg rauf und wieder runter. Oder umgekehrt. Das viele Laub und die Nässe machen die Piste ein wenig rutschig. Bergauf pendele ich oft zwischen vorne Abheben und hinten durchdrehen. Mangels Gewicht auf dem Vorbau kann auch von lenken keine Rede mehr sein, sondern eher von steuern. Mein Raddealer hat mich beruhigt, das Umfaller zwar häufig vorkommen können, aber, weil durch Laub gepolstert, selten sehr weh tun. Prima. Kann ich bei einem extrem steilen Stück gleich ausprobieren. Später stell mich glitischig – lehmiger Untergrund vor die Frage: Wie anfahren, wenn es steil und rutschig ist? Übersetzung zu klein, als das da noch eine nennenswerte Entfaltung und Zeit zum Ausbalancieren wäre, Hintern nur ganz schwierig, den Arsch auf den Sattel zu bekommen. Schließlich schiebe ich die paar Meter, bis ich wieder aufsteigen kann. Ein Abstecher in gänzlich unbekannte Gefilde führt mich nahe der Ortschaft Mosbach doch tatsächlich auf den „heiligen Berg“. Ein Single Trail führt bergan, links und rechts fallen die bewaldeten Flanken des Berges steil ab und ganz oben wartet ein Marterl sowie ein Hinweisschild, dass hier Muschelkalk, Enzian und Knabenkraut wachsen.
Bergab muss ich schieben, da alles steil und rutschig ist. Den Weg verliere ich auch noch und bugsiere meinen Drahtesel dann quer durch den Wald, bis die Runde voll ist, und ich zurück kann. Die Kiste sieht natürlich aus wie dSau, aber Gartenschläuche gibt es hier nicht, also komm die mal drekig zurück in ihren Schuppen.
Abends dann weiter im Fitness-Studio. Nur mache ich diesmal nur eine Runde Kraft-Ausdauerzirkel und widme mich dann den übrigen Maschinen. Beinpresse 2 x 20 x 120 kg. Nur falls jemand mitschreibt.
Mittwoch
Heiliger Abend. Nur wenig Bewegung. Am meisten werden die Kaumuskeln trainiert.
Donnerstag
Habe gestern eine Dokumentation über das Schloss Wilhelmsthal just auf der anderen Seite des Rennsteigs bekommen. Zusätzlich sind zwei meiner sehr guten Freunde ein Stück weiter weg bei ihrer Mutter zu Besuch. Was gibt es da schöneres, als mit dem Mountainbike über Wilhelmsthal dorthin zu fahren und kurz hallo zu sagen sowie Weihnachtsgeschenke auszutauschen? Genau: Das Ganze im Sommer zu machen. Schon die Hinfahrt ist etwas frisch und als ich nach 1:20 ankomme, dämmert es schon mächtig. Aber ich kenne ja den Heimweg und habe eine Stirnlampe mit. Also sage ich nur kurz hallo und als die Nacht hereinbricht, bin ich gerade am letzten großen Anstieg, vor, ja vor dem eigentlichen Rückweg. So kann ich schon mal Radfahren im Dunkeln üben, falls ich am Gigathlon -Samstag in die Nacht reinkommen sollte. Lasst Euch gesagt sein, liebe Brüder und Schwestern, Fahren im Dunkeln macht Spaß, aber bei Minusgraden, mit Fingerhandschuhen, böigem Wind dort, wo Cyrill vor Jahren wütete, und vereisten Stellen hier und da, ist kein Zuckerschlecken. Ich wärme meine tauben Finger wechselweise unter dem Windstopper, und entschließe mich für den allerletzten Teil die Straße zu nehmen und warte mangels Rücklicht immer im Graben der Abfahrt, bis die PKWs vorbei sind.
Schnatter..... Die Bilder weiter oben zeigen mein braves Ross in dem bemitleidenswerten Zustand, in dem es sich immer noch befindet.
Freitag
Heute muss Karin dran glauben und mit mir gleich zum heiligen Berg rennen. Wir nehmen die Diretissima, aber es ist trotzdem nicht gerade um die Ecke und höllisch frisch, wenn der Wind geht. Oben auf dem Gipfel ein kurzer Händedruck, dann im Windschatten runter. Kaum hört der Wind auf, fängt meine Frau an, Steine zu suchen. Muschelkalk. Unbelieveable. Die 7 km bis nach Hause laufe ich mit 3 Gesteinsbrocken in den Händen. Seufz.
Samstag
2 Stunden Holz umstapeln und hacken. Zählt das als Cross-Training?
Sonntag
In Oberhof toben zeitgleich Nordische Kombination und der Beginn der „Tour de Ski“. Also wohl eher nichts mit hinfahren, Parkplatz finden und selbst ein paar Runden laufen. Deshalb, und weil wir schon lange nicht mehr schwimmen waren, kurzer Abstecher ins Eisenacher Hallenbad, das wieder erwarten leer genug ist, um ein paar gepflegte Meter zu machen. Programm diesmal von mir, ist auch nix dolles, aber zum Einsteigen oder für zwischendurch immer gut:
ES 400 (kein Kraul)
400 m K 3er Atmung
400 m K Be
400 m K Ar (Pb)
400 m K etwas flotter
200 m AS
Da wir nur ein Brett dabei haben und weil ich das ganz gut kann, schwimmt Karin den 3ten 400er gesamt und ich hänge mich mit dem Brettchen in den Wasserschatten. So lasse ich mich bis 150 m mitziehen und gehe dann etwas zu Seite, um meinen Schatz nicht komplett zu deprimieren. Aber mehr als 15 m nimmt mir Karin bis zum Ende nicht ab. Mit K Be habe ich seinerzeit schon den guten Ralf Ebli in Erstaunen versetzt, als wir vor Äonen im Darmstädter Nordbad unsere Bahnen zogen. Wenn das in Gesamt auch so flott ginge, wäre ich ein glücklicher Mann. Aber man muss ja Reserven haben.
Kurz bevor ich den flotten 400er angehe, kommt mir eine Schwimmerin auf der Nachbarbahn wie gerufen. Hat die ein höllisches Tempo drauf.... Kurz bevor ich zeitgleich mit ihr die Wand verlasse und mich auf ein mörderisches Wettrennen vorbereite, kann ich meinem Schatz noch „die Schlampe hat Flossen an!!!!!“ zu rufen und schon geht die Jagd los. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und im Gegensatz zu den ersten 1000 m Metern, wo ja gar nichts ging, kann ich mal richtig aufdrehen. Und die Schlampe dreht auf Rücken, gibt also auf. Da kann ich nur gegen Karin schwimmen und versuchen, etwas mehr Boden gutzumachen, als sonst.
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Keine Panik!
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