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Szenekenner
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Schizolon 2023
Diejenigen unter euch, die schon länger hier mitlesen wissen, das es in jedem Sommer hier im Zentrum der Welt eine legendäre Sportveranstaltung gibt, bei der die Crème-de-la-Crème des Essener Ausdauersportes am Start ist und gestern war es nach dreijähriger Corona-Pause (erinnert ihr euch noch...?) wieder soweit:
Der Schizolon 2023 fand statt!
Es war die 31. Auflage der schönen Veranstaltung, die eine Kneipen- oder/und Fußballclique vor Jahrzehnten ins Leben rief und die damals meine erste Begegnung mit unserem schönen Dreisport war. Und es läuft noch (fast) genauso ab:
Treffpunkt 7:30 Uhr am Essener Grugabad. Heuer erstmalig eine Preiserhöhung, nachdem der Schizolon seit Einführung des Euros 10 € kostete. Jetzt 15. Inbegriffen sind eine super Organisation, viel Spaß und ein Frühstück, währenddessen auch das Herz der Veranstaltung stattfindet: Die Siegerehrung, bei der alle teilnehmenden Schizoleten gewürdigt werden.
Sportlich läuft das so ab: Pünktlich um 8 Uhr Start mit dem ersten Wellengang im Wellenbecken. Dreimal hin und her schwimmen. (Keine Ahnung, wie lang das Wellenbecken ist, insgesamt sind es wahrscheinlich 250-300 m.) Dann in die obere Ebene des Schwimmbades hetzen und einmal vom Fünfmeterbrett springen. Dann aufs Rad, zum Baldeneysee fahren, einmal drumherum und die ätzende Lerchenstraße hoch zum Stadtwald. Dort im Läuferwäldchen eine Runde (knapp 4 km) laufen.
Gestern war die Freude groß, dass der Schizolon wieder stattfindet, zumal die Veranstalter langsam echt in die Jahre kommen und es immer mal Gedanken gab, die Veranstaltung nicht mehr zu machen, bzw. einmal hatten sie den Schizolon auch ausfallen lassen. Gestern war das Wetter total zum Kotzen und es begann pünktlich zum Start zu regnen.
Von wegen pünktlich um 8 Uhr...! Die Wellen liefen schon an, als ich und andere Schizoleten erst nach unten gehechelt kamen. Wir waren aber nur wenige Teilnehmer (knapp 25, es gab auch schon mal Ausgaben mit ca. 50 Leuten) und konnten dann rasch starten. Früher konnte ich immer darum kämpfen, als Erste aus dem Wasser zu kommen, dazu hatte ich gestern aber keine Chance. Ein Mädel, 15, 16 , 17 Jahre alt, ich weiß es nicht, schwamm wie ein Fischchen und war mit großem Vorsprung als erste raus. Sie ist aber auch Schwimmerin. Ich bin als Vierte oder so raus. Den Sprung vom 5er machte ich Hand in Hand mit Uwe, einem Bekannten vom Triathlon, der am Ende Zweiter wurde.
Beim Umziehen dann dasselbe Desaster wie in nahezu jedem Jahr: Da ich mich komplett umzog, waren fast alle weg, als ich endlich fertig war. Mit Björn und Annette hatte ich verabredet, dass wir zusammenbleiben und so strampelte ich hinter ihnen her in Richtung Baldeneysee. Es begann, heftig zu regnen und ruckzuck waren wir pladdernass. Hinter uns waren nur noch zwei Schizoleten. Den ätzenden Berg hinauf zum Stadtwald ließ ich mich von Björn unterstützen, in dem er mich den Berg hinaufzog. (Beim Schizolon ist alles erlaubt, auch Windschattenfahren und sich ziehen lassen.)
Dann ab in die Laufschuhe! Annettes Angstdisziplin, wegen ihrer kaputten Sprunggelenke. Uwe, mein Partner beim Springen, war schon im Ziel und lief noch mal eine Runde mit uns. Als besondere Herausforderung entpuppte es sich, den vor uns laufenden Mann einzuholen, was ich als Ziel auf der ersten Hälfte ausgerufen hatte. Ich spekulierte über sein Alter und als wir ihn überholten, befragte ich ihn: Er war 83 Jahre alt! Und mehr als 15 kg leichter als ich. Behauptete er zumindest, so dünn sah er gar nicht aus. Frustrierend jedenfalls.
Wir liefen Hand in Hand ins Ziel und wurden Drittletzte.
In früheren Zeiten haben wir alle drei das Ding schon einmal gewonnen.
Naja, Pit hat es bei der Siegerehrung treffend auf den Punkt gebracht: "Judith W., auch eine Frau der ersten Stunde. In die Jahre gekommen allmählich..."
Frechheit! Aber wo er Recht hat, hat er Recht...
Es war jedenfalls wieder ein großer Spaß und ich freue ich schon aufs nächste Jahr.
Ob ich mich auf den Wakenitzman freue, weiß ich noch nicht. Ich bin extrem schlecht vorbereitet. Ich schwimme nicht regelmäßig genug, nicht schnell genug und nicht umfangreich genug.
Heute habe ich das Training nach nur 2,5 km wegen Langeweile und Frust abgebrochen.
Ich hoffe, die kommende Woche wird trainingsmäßig besser!
Viele Grüße, bis die Tage
J.
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