Von mir noch mal ein paar Überlegungen zum Coaching. Ich hab mich immer für Trainingsmethodik interessiert und für Physiologie, insofern hab ich so seit 2009 ambitionierter erst Krafttraining und dann zunehmend Ausdauersport betrieben. Zunächst nur Laufen und Spinning/Crossfit.
Das hat mit Selfcoaching oft ganz gut funktionert, Probleme hatte ich aber vor allem mit der Formsteuerung. Meist war ich zu früh in Form und zum Hauptwettkampf hin schon etwas durch. Richtig gut hat das Selfcoaching vor allem funktioniert, wenn ich, aus welchen Gründen auch immer, (relativ) wenig Zeit hatte und/oder zu spät dran war mit dem Formaufbau in der Saison.
Ich fand am Anfang die Vorstellung schwer, die Trainingsteuerung komplett an jemanden abzugeben, insofern hab ich lange mit dem Gedanken gespielt, aber es dann doch erstmal nicht umgesetzt.
Corona und fehlende Wettkämpfe und der Einstieg in den Triathon war dann ein willkommener Anlass, das mal auszuprobieren. Überlegungen waren, mal andere Impulse zu setzen, die Formentwicklung vom Timing und das "Loadmanagement" bei 3 Sportarten zu verbessern. Vor allem war ich aber einfach mal neugierig.
Nach nun fast drei Jahren bin ich sehr zufrieden, natürlich vor allem mit dem Coaching, aber auch mit der Entscheidung. Entgegen meiner Befürchtungen erlebe ich es im Gegenteil mittlerweile als ziemlich entspannend, sich keine Köppe mehr machen zu müssen (was ja so nicht stimmt, weil man ja doch mitdenkt als Athlet und auch diskutiert ect.), aber es gibt halt erstmal einen Plan und ich bin da auch immer gespannt drauf.
Im Wesentlichen profitiere ich vor allem von der Bremswirkung meines Coaches

, andererseits, ob wohl ich in der Regel eher jemand bin, der Bewegung dringend braucht und für den Trainingsmotivation selten ein Problem, ist so eine vorgegebene Struktur doch hilfreich. Die eine oder andere 2h-Radeinheit am Freitagabend oder das eine oder andere Schwimmtraining am Sonntag-Morgen hätte ich dann doch mal geskippt. Andererseits wäre ich nach Verletzungen meist risikoreicher eingestiegen, was mit zunehmenden Alter aber immer seltener funktioniert.
Die Formentwicklung vom Timing zum WK hat sich auch deutlich verbessert und ich bin da auch optimistisch, das da zukünftig noch einiges geht. ich bin schon sehr überzeugt, dass man sich als Athleten-Trainer auch erstmal länger kennenlernen muss, um die besten Entscheidungen zu treffen.
Ich würde jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, das einfach mal auszuprobieren. Und wichtig finde ich, dass der Trainer/Coach sich möglichst gut mit dem auskennt, was man möchte. Also es ist halt ein Unterschied, ob man als Profi in Roth in die TopTen möchte oder als 60jähriger nach Hawaii oder mit 45 und Vollzeitjob und Familie einfach mal irgendwie eine OD finishen und sich dabei gut fühlen. Schaden kann es sich zumindest nicht, sich jemanden zu suchen, der sich genau mit dem Anforderungsprofil schon mal auskennt und Erfahrung hat.