Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ebenso gut könnte sein, dass die westlichen Sanktionen Putins Rückhalt in der Bevölkerung steigern. Genauso wie die Waffenlieferungen aus den USA.
Ich halte das daher für ein sehr wackeliges Argument: Dass die Sanktionen oder der militärische Druck des Westens das russische Volk dazu bringen könnten, dem Westen recht zu geben und die russische Regierung abzusetzen. Falls es dazu in der Lage wäre.
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Du glaubst also, dass der Rückhalt in der deutschen Bevölkerung für die Unterstützung der Regierung in der Ukrainekrise der deutschen Regierung schwindet, wenn es aufgrund hoher Inflation, hoher Energiepreise und einer Rezession zu spürbaren Wohlstandsverlusten kommt, aber in Russland soll der gegenteilige Effekt eintreten?
Je schlechter es der russischen Bevölkerung geht, desto höher der Rückhalt für Putin?
Das widerspricht aller Lebenserfahrung. Natürlich werden ein paar Russen, bei denen die Prpoaganda wirkt auch den Westen mitverantwortlich machen, wenn es ihnen persönlich schlecht. In erster Linie richtet sich der Zorn der eigenen Bevölkerung auf die eigene Regierung, wenn es einem schlecht geht, selbst wenn die Krise globale Ursachen hat. Das ist nahezu ein Naturgesetz, das in Demokratien wie in Diktaturen gilt.
Es hat Gründe, warum China (über das Wirtschaftswachstum) und die autokratischen Golfstaaten über massive Subventionierung von Gesundheitswesen, Benzinpreisen und anderen wirtschaftlichen Wohltaten alles dafür tun, dass die Menschen möglichst satt und zufrieden sind.
"It's the economy, stupid!."
In Demokratien werden Wahlen aus wirtschaftlichen Gründen verloren. In Diktaturen wird ab einem gewissen Unzufriedenheitslevel wegen wirtschaftlicher Krisen das System destabilisiert.
Honecker wurde 1989 auch nicht abgewählt, sondern musste gehen, da die DDR-Wirtschaft immer schwächer wurde.
Putin ist in Teilen Russlands auch deshalb populär, weil es -zumindest in den Metropolen- vielen Menschen wirtschaftlich besser geht, als in den Putin- und Gorbatschow-Jahren. Da diese wirtschaftlichen Fortschritte nicht primär an der Stärke der russischen Binnenwirtschaft hängen, sondern in hohem Maße vom florierenden Handel mit Öl, Gas und anderen Rohstoffen abhängen, kann (und wird) diese Entwicklung auch zurückgedreht werden, wenn die Ursachen des Aufschwungs austrocknen.