Zitat:
Zitat von MattF
Das Ganze ist eine interessante Diskussion.
Aber gelöst wird der Konflikt weder hier im Forum und nicht mal in der deutschen Politik.
Wir (Deutschland) haben überhaupt keinen Einfluss auf den weiteren Gang dieser Krise. 
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Sehr wichtiger Einwand. Ich diskutiere und lese hier ehrlich gesagt v.a. mit, um meine eigenen Gedanken zu ordnen.
Die paar schwere Waffen, die Deutschland möglicherweise in der Lage ist, an Russland zu liefern sind angesichts der militärischen Unterstützung aus anderen Ländern (insbesondere USA, Großbritannien und den anderen EU- und NATO-Staaten) in der Tat weitgehend bedeutungslos.
Wo Deutschland aber eine sehr wichtige Rolle spielt ist bei der Finanzierung des russischen Regimes. Kein Land weltweit überweist aktuell mehr Geld an das Putin-Regime und über diesen Hebel hat Deutschland mittelfristig in der Tat einen relevanten Einfluss auf den zukünftigen Verlauf.
Eine
rein militärische Entscheidung des Krieges ist unrealistisch. Russland wird dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit sein, wenn entweder militärisch absehbar ist, dass die Ukraine langsam die Überhand gewinnt oder wenn die Opportunitätskosten im Vergleich zu den erreichbaren Kriegszielen zu hoch werden. Das hat man bei allen Kriegen (nicht nur den russischen wie z.B. dem Afghanistankrieg in den 80ern) gesehen. Auch die US-Amerikaner haben sich in Vietnam vor 50 Jahren oder im vergangenen Jahr in Afghanistan nicht zurückgezogen, weil sie dort militärisch verloren hätten.
Die Opportunitätskosten steigen für Russland auch, wenn der innenpolitische Rückhalt schwindet wegen für die russische Bevölkerung spürbarer Sanktionsfolgen (und hier hat der wichtigste Handelspartner und größter Finanzier Russlands selbstverständlich Einfluss) oder weil immer mehr russische Soldaten sterben.