Zitat:
Zitat von Feanor
China bezieht weiterhin ganz normal Gas (1 Pipeline) und Öl (2 Pipelines) aus Russland (zweitwichtigster Lieferant nach Saudi Arabien). ...
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Deutschland bezieht wesentlich mehr Öl und Gas aus Russland als China. Neun von insgesamt 10 russischen Erdgaspipelines führen nach Westen.
Deshalb können die Sanktionen ja schlecht auf bestehende Verträge ausgeweitet werden, da sonst Deutschland, Italien und Polen sanktioniert werden müssten.
Aber wie ich oben ausgeführt habe, gilt dies nicht für zukünftige Lieferverträge, da sich die o.g. Länder ja aus der Abhängigkeit von Russland lösen. Und natürlich ist es inakzeptabel wenn für die demnächst sinkende Menge an fossilen Rohstoffen, die die EU aus Russland bezieht, andere Länder in die Bresche springen würden.
Derzeit liegt der Preisabschlag von russischem Erdöl (Ural) gegenüber der Standardsorte Brent bei 30 % und damit so hoch wie noch nie in der Geschichte. Selten war der Abschlag von Ural höher als 4% in den letzten Jahren.
Alleine das ist ein deutliches Indiz, dass alleine die Drohkulisse die die USA gegenüber Indien und China vorerst verdeckt aufbaut, schon genügt, dass sich diese Länder, die eigentlich beide scharf auf billiges Öl sind, massiv zurückhalten mit Kompensationskäufen.
Der Druck wird nicht nachlassen, sondern eher zunehmen, sobald die EU es geschafft hat, weniger russisches Öl zu importieren. Es gibt keinen plausiblen Grund, anzunehmen, dass USA und EU zurückhaltender mit Putin umgehen, als sie es in den vergangenen vier Jahrzehnten mit den iranischen Mullahs waren. Putin bedroht den Weltfrieden weitaus mehr als Iran mit seinem eher kleinen Atomwaffenprogramm und wird deshalb auch mehr im Fokus bleiben.