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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Putin und die Ukraine
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 28.03.2022, 23:25   #3072
Hafu
 
Beiträge: n/a
Hier gibt es zu einem meiner aktuell wichtigsten Themen, einem Energieembargo von Deutschland (oder idealerweise der ganzen EU) ein recht interessantes interview mit Janis Kluge, einem Ökonom und Russland-Experten mit Schwerpunkt russische Eliten und Sanktionen.

Er bringt im Interview mit der Tagesschau, viele schlaue und für mich gut nachvollziehbare Argumente, so dass sich das komplett Lesen IMHO lohnt.

Zitat:
Zitat von Janis KlugeQuote
...Aus rein außenpolitischer Sicht ist ein Energie-Embargo die ideale Sanktion gegen Russland. Der Staatshaushalt, aus dem das Militär finanziert wird, wird geschwächt. Zudem wäre der Kollateralschaden für die russische Bevölkerung nicht so hoch wie bei anderen Maßnahmen. Ein Boykott wäre ein gezieltes Instrument, das genau die Richtigen trifft. Das russische Regime hat seine Macht um den Energiekomplex herum aufgebaut. Es sind Putins älteste Vertraute, die die Hebel in der Energiewirtschaft in der Hand haben. Öl und Gas sind für den Kreml von existenzieller Bedeutung.Der Wirtschaftseinbruch, der durch die derzeitigen Sanktionen in Russland eintritt, ist für das Regime selbst erst einmal kein unmittelbares Problem. Die russische Führung wird sich immer über die Energie finanzieren können. Dadurch, dass einige andere Wirtschaftszweige jedoch einbrechen, sind die russischen Bürger noch stärker auf den Staat und eine Verteilung der Öl- und Gaseinnahmen angewiesen. Solange es diese Einkünfte gibt, kann Putin weiter die Sicherheitsorgane bezahlen und die Unternehmen subventionieren, die für seine Machterhaltung entscheidend sind. Mit einem Embargo trifft man genau ins Herz der russischen Macht. Und der Druck auf das Staatsbudget steigt.
Das war mir so bisher noch nicht so bewusst. Ich war vorher schon- aus dem Bauch heraus und auch aus ethischen Gründen ein absoluter Befürworter eines Energieembargos, auch wenn dieses für Deutschland schmerzhaft sein könnte. Nach diesem Text bin ich es erst recht.
Auch wenn Kluge erwartungsgemäß kein schnelles Kriegsende durch ein Gas- und Ölboykott erwartet, so wäre es -da es sich im Falle eines Waffenstillstandes bzw. nach Friedensverhandlungen auch leicht zurücknehmen lässt-ein nahezu ideales Instrument, um der Ukraine eine gravierend bessere Verhandlungsposition zu verschaffen.