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Thema: Corona Virus
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Alt 06.12.2021, 16:38   #28409
Schwarzfahrer
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Registriert seit: 15.01.2009
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Zitat:
Zitat von KevJames Beitrag anzeigen
Es gab, finde ich, nichts schlimmeres als meinem Chef ständig basale Dinge meines Jobs erklären zu müssen, weil er so gar keine Ahnung vom Fach hat - das kostet Zeit und Nerven.
Manchmal führen Experte auch gerade durch ihre Expertise gut, einfach weil sie solche "Nerds" sind, dass jeder weiss, dass sie einfach mehr Ahnung als andere um ihn oder sie herum haben.
Das dürfte sich vielleicht je nach Fachgebiet auch unterscheiden. ich habe in meinen über 35 Berufsjahren in Forschung/Entwicklung, aber auch Produktion nur mit solchen Chefs gute Erfahrungen gemacht, die ihre Führungsrolle vom fachlichen getrennt hatten, und sich im fachlichen auf ihre Mitarbeiter verließen (hat viel mit Vertrauen zu tun). Solchen mußte ich, auch wenn sie keine Ahnung vom Fach hatten, nie Details erklären, weil sie mein Urteil oder Empfehlung wollten, nicht Erklärungen. Chefs, die sich in fachlich-inhaltliche Detaildiskussionen begeben, verpassen meist ihre eigentliche Aufgabe, die Gruppe nach außen zu vertreten und strategische Entscheidungen zu treffen unabhängig vom Detailinhalt, und erzeugen jede Menge Reibungsverluste und Frust bei Mitarbeitern, die es als Mißtrauen auffassen.

Darum bin ich nicht überzeugt, daß ein Gesundheitsminister primär spezialisierter Fachmann sein muß (dafür gibt es zu viele Felder, ein gutes Grundverständnis mit vernünftiger Selbsteinschätzung sollte reichen) - er muß viel mehr sich gut beraten lassen (von Leuten denen er vertraut), statt alles selber besser zu wissen, und muß den Input der Berater in den richtigen größeren Kontext setzen und vertrauenserweckend kommunizieren können. Ich kann Lauterbachs medizinische Kompetenz jenseits der Corona-Maßnahmen nur schwer einordnen, aber was das Thema "auf seine Mitarbeiter hören" und "vertrauenserweckend Kommunizieren" angeht, habe ich schon Bauchschmerzen. Und seine Bemühungen vergangener Jahre um Kosteneffizienz im Gesundheitswesen könnten ihm noch bei der aktuellen Personalproblematik schwer auf die Füße fallen. Für mich wäre er im fachlichen Beraterstab eines Ministers besser platziert.

Ich fürchte aber, daß er den Job u.a. bekommen hat, weil sich kaum jemand sonst die Finger an Corona verbrennen wollte. Hätten sich die SPD-Kandidaten um die Stelle geprügelt, wären wohl noch ein paar Namen zumindest in der Presse aufgetaucht. Ist eigentlich ein trauriges Bild einer großen Partei, wenn sich für eine so wirkmächtige und verantwortungsvolle Position kaum Kandidaten gibt.
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