Gut dass ihrs erwähnt, weil manchmal frag ich mich, ob ich mich sogar selbst langweile mit meinem Sermon...
Aber wie auch immer, zurück zu Tag 4 in den Bergen, der Königsetappe, zumindest sollte sie sich als solche erweisen, während wir bis gut nach Mittag dachten, die sei direkt am zweiten Tag gewesen.
Es geht los auf der Podraguhütte, also die mit den verschissenen Klos und den siffigen Waschräumen wie nicht so richtig leckeren Matratzenlagern.
Frühstück: keines, mangels Brot, alternativ gabs das Angebot, zwo Spiegeleier zu bekommen, wir erinnern uns...
Ich hatte vom Vortag noch zwo Scheiben Weissbrot, eine davon am Abend zur Suppe verschnabuliert, ne halbe gönnte ich mir zu den Spiegeleiern, denn so ganz wollte ich mich auch nicht nur auf meine mitgeschleppten Riegel und das restliche Bappzeug verlassen.
Das find ich nach ner Knackwurst oder Kaminwurze als Nachtisch halbwegs interessant, ansonsten könnt ich mich nicht ernsthaft länger davon ernähren.
Es geht also wie schon erwähnt die letzten 170hm, die wir am Vortag runtergestiegen sind, wieder rauf und es steht hauptsächlich der höchste Berg Rumäniens, der Moldoveanu, mit 2544m an. So zumindest die offizielle Version.
Diese Herren hatten da oben übernachtet, am Abend wusste ich, warum, bzw. ein paar Gründe mehr als nur der, dass die Rumänen drauf stehn, ihren Hausrat in, auf und über die Berge zu tragen.
Es war anfangs n bissl neblig, die Wolken lupften sich dann unds Wetter war tadellos wie die ganze Zeit über, auf und neben den Bergen.
Hier sieht man rechts im Bild unser hauptsächliches Gipfelziel ganz rechts, von der Scharte im rechten Drittel gehts dorthin und wieder zu der Scharte zurück, im grossen und ganzen die einzige, etwas augesetztere Klettererei, auch der Weg ist halbwegs zu erahnen: immer am Kamm entlang.
Nicht zu sehn: nach dem ersten Schwung zu dem Top im Vordergrund, was man fast nicht als einzelnes erkennt, gehts nochmal ziiieemlich weit runter und dann auf den aufm Bild als vermeintlich höchsten Punkt zu erkennenden Gipfel dahinter, von dem nach rechts zu der Scharte und dann eben zum höchsten Berg Rumäniens.
Bis hier alles im grünen Bereich, nette Gipfelfotos, natürlich, die Damen und Herren der Partnersektion einzeln, jeder und jede auch einzeln, alle zusammen und in allen erdenklichen Kombinationen, selbstfrotografiert, Selfies von anderen aufgenommen, Gruppenfotos und und und...
Es war recht windig da droben, daher flötoto zurück und in der oben erwähnten Scharte nach hinten abgetaucht, Plan war, irgendwo windgeschützt Mittagspause zu machen.
Gesagt, getan, nachdem wir weit genug abgestiegen waren, gabs was zu futtern, dann hangelt man sich an dem Grat hinter dem Hang im Vordergrund weiter nach Osten. Man sieht die schattige Nordseite, glücklicherweise verlief der Weg in der Sonne, immer oben am Grat oder Kamm entlang, dort wo der Berg wieder ansteigt, etwas weiter unten im Hang.
Immerhin.
Denn wenn man dann gaaaanz dahinten um diesen Bergrücken rumkommt und mehr oder weniger drauf gefasst ist, dass Ziel bald zu sehn, eröffnet sich der Blick nur auf ne weitere dieser gewölbten Bergrücken, an denen sich der Weg mal auf, mal ab über 2 oder 3km dahin, hoch und runter schlängelt.
Erkennt man es hier so halbwegs?
Das war, nachdem wir erneut ne Rast an diesem Wegweiser eingelegt hatten:
Die hier erwähnte Cabana Valea Sambatei (die Schreibweisen gehn hier etwas auseinenader) in 4,5 Gehstunden Entfernung war tatsächlich unser Ziel.
Das Bild entstand etwa dreiviertel Eins, aufgebrochen waren wir morgens kurz vor Acht, bis hier hatten wir rund 900 Auf- und 800 Abstiegsmeter, der umgekehrte Weg, also dahin, wo wir frühs aufgebrochen waren, war mit 2,5Std. ausgeschildert, allerdings natürlich ohne den Abstecher aufn Moldoveanugipfel.
Wie dude mal so schön formuliert: that's when shit hit the fan.
Ich hatte im Vorfeld die Bergtour gegoogelt und tatsächlich alle Tracks der einzelnen Tagestouren zum Download gefunden.
Nur fürn letzten, diesen Tag nicht, denn der war so heftig, lang und mit so vielen Höhen- und Abstiegsmetern, dass ich nicht glaubte, dass wir den komplett gehen würden, sondern irgendwo vorher unser Nachtlager fänden.
Zumal, ich erwähnte es bereits, die Schreibweise mit Sambatei, Sabatei, Sabata, Sambetei usw. etwas differierte, so dass ich davon ausging, es handele sich um verschiedene Locations.
Denkste Puppe.
Dieser Wegweiser hier verriet, dass wir tatsächlich auf diesem Horrortrip mit knapp 16km, 1200 Höhen- und 1900 Abstiegsmetern waren.
Und noch nichtmal die Hälfte der horizontalen Entfernung, zwar dreiviertel der Aufstiegs- aber nicht ansatzweise die Hälfte der Abstiegsmeter in den Beinen hatten, schon bis hier, wo alle noch halbwegs frisch waren, länger gebraucht hatten als normal üblich, also auf nen handlichen Ansatz runtergebrochen waren wir schon bei noch nicht der Hälfte der eigentlichen Anstrengung durch, der halbe Tag rum und wie ich bald erfuhr, war ich nicht der einzige, dem schon langsam die Hufe ordentlich wehtaten und die Knie anfingen, beleidigt zu sein.
Ich behielt es für mich, all dies und entschied mich abzuwarten, wie die Stimmung und Lage sich weiter so entwickeln würde.