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Alt 10.08.2021, 10:14   #577
OhneRad
Szenekenner
 
Registriert seit: 19.09.2017
Beiträge: 493
Also ich für meinen Teil messe (Breiten-)Sport eine erhebliche Bedeutung in Hinblick auf Gesundheitsprävention sowie pädagogische Aufgaben zu. Man kann jetzt viel über den Zusammenhang zwischen Leistungssport und Breitensport philosophieren, ich persönlich glaube, dass internationale Erfolge oder Persönlichkeiten oder Geschichten sehr zum Erfolg des Breitensports beitragen (hinsichtlich finanzieller Mittel, Aufmerksamkeit, Bereitschaft zum Engagement etc.) und es darüber hinaus auch einen kulturellen Wert des Leistungssports gibt. Ich sehe das letztlich als eine Form von Kulturförderung.

Wenn man im internationalen Vergleich an der Spitze in vielen Disziplinen keine Rolle mehr spielt, zeigt das in meinen Augen einen Mangel an Talentförderung, Verlust von Know-how etc. und wird nicht zur Gesundung der vielen Vereine beitragen. Wie gesagt mache ich das nicht so sehr am Medaillenspiegel (pro Kopf haben wir übrigens mehr Medaillen geholt als die Amerikaner...) als vielmehr am Fehlen von erfolgreichen Sportlern in der Breite klassischer Disziplinen fest - und Leichtathletik und Schwimmen besitzen da meiner Meinung nach noch mal eine besondere Rolle, weil hier sehr basale Bewegungen wie Laufen und Schwimmen ausgeübt werden.

Und der Hauptgrund für das schwache Abschneiden ist meiner Meinung nach in erster Linie, dass es für junge Sportler schlicht eine rationale Entscheidung ist, den leistungsorientierten Sport aufzugeben und sich auf andere Dinge zu konzentrieren, weil er nicht honoriert wird. Bei mir in der Stufe bzw. Schule im allgemeinen waren zahlreiche Leute in LA, Schwimmen, Kanu, Rudern oder Radsport auf Landesmeisterschaftsniveau aufwärts aktiv, die meisten haben in der 11. Klasse, also Beginn der abiturelevanten Schulzeit oder etwas später, zur Studienzeit aufgehört "um sich darauf zu konzentrieren", verschärft in den G8-Jahrgängen weil es mit dem völlig chaotischen Nachmittagsunterricht auch einfach schwierig wurde, sich an Trainingszeiten zu halten. Das finde ich schon ein Problem, auch wenn mir klar ist, dass die Diskussion 2024 wieder geführt wird.

Von dem bereits angesprochenen Problem der kaputtgesparten Infrastruktur für LA und Schwimmen insbesondere ganz zu schweigen.

Rolle und Ansehen des Sports spielt übrigens durchaus auch eine Rolle zur Bereitschaft, dutzende Kilometer Straße für Triathlon- und Radwettkämpfe zu sperren....

PS: Es gibt echt nichts deutscheres, als Sportförderung mit Klimaschutz zu verknüpfen, nachdem Motto "wie viele Bäume können wir statt der Laufbahn pflanzen" ...
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