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Zitat von Hafu
Natürlich gibt es auch unter einigen besser gebildeten Menschen (z.B. bei der FDP) viele mit haarsträubenden Ansichten, was sinnvolle Klimaschutzpolitik angeht. 
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Diese Bewertung hat aber nun wirklich weder mit Bildungsniveau noch mit Einkommensklasse etwas zu tun (auch wenn unter FDP-Wählern sowohl höhere Bildung als auch höheres Einkommen häufiger sein dürfte, als bei CDU-wählern), sondern mit Deiner subjektiven Sicht darauf, was als "haarsträubend" gelten mag.
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Zitat von Hafu
Dass die Mehrheit der AFD-Wähler und die Mehrheit der Bild-Zeitungskäufer nicht zu den hellsten Kerzen auf der Bildungstorte unserer Gesellschaft gehören, wirst du mir hoffentlich als Minimalkonsens zustimmen?
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Zur Hälfte: Bild-Zeitungskäufer dürften tatsächlich die weniger gebildeten häufiger kaufen; die Art der Zeitung zielt nun mal auf diese Gruppe. Ob eine Partei mehr "weniger Helle Kerzen" unter den Wählern hat, als andere, hat nun wieder weniger mit Bildung zu tun, da Intelligenz nicht zwingend mit Bildung zu tun hat. Ich vermute, weniger Helle Kerzen finden sich bei allen Wählergruppen in nennenswerter Zahl, und ich würde keiner Wählergruppe eine größere Häufung davon zutrauen nur weil sie eine mir nicht genehme Partei bevorzugen. Mein Menschenbild ist das nicht.
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Zitat von Hafu
Dass Klimaschutzmaßnahmen für bestimmte Bevölkerungsruppen stark abgefedert werden müssen (Energiegeld) hat v.a. eine Partei in ihrem Wahlprogramm detailliert beleuchtet.
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Hat sie. Allerdings habe ich ernsthafte Zweifel, ob sie daß tatsächlich schaffen, bzw. ob das die einkommensschwachen Menschen als ausreichend ansehen.
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Zitat von Hafu
Warum z.B. ein dementer 85jähriger mit Restlebenserwartung von weniger als 5 Jahren in Deutschland volles Wahlrecht hat, ein 10- oder 15-jähriger aber nicht am politischen Partizipationsprozess teilnehmen darf, ist durchaus diskussonswürdig. Auch die Demokratie hat Verbesserungspotenziale.
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Demenz schließt nicht eine politische Willensbildung aus, und die Restlebenserwartung hat für das Wahlrecht endgültig keine Rolle zu spielen (sollte es aber dafür bei Entscheidungen, ob man Menschen mit geringer Restlebenserwartung von den Verwandten isoliert im Krankenhaus sterben lässt). Natürlich sollten nicht Verwandte oder Betreuer dies ausnützen, um eine Stimme in ihrem Sinne abzugeben (was leider schwer zu verhindern ist). Wenn aber ein Dementer ausreichend "helle" Momente hat, um sich zur Wahl zu begeben und eine Stimme abzugeben, soll er es dürfen.
Bedenklicher finde ich, wenn ein Richtung Demenz abdriftender Ü75 eine große Weltmacht regieren soll...
Das Thema kenne ich über meinen behinderten Sohn. Ich fand es auch o.k. daß (wie früher) bei "Betreuung in allen Angelegenheiten" es kein Wahlrecht gab (hat meinen Sohn allerdings nicht direkt betroffen, er steht "nur" unter Betreuung für ganz bestimmte Angelegenheiten, wobei alle in der Liste angekreuzt sind - paradoxien der Bürokratie). Seit der Änderung 2019 ist es anders - ich bin nicht von Nutzen überzeugt. Wir lassen unseren Sohn wählen und helfen ihm dabei, indem wir ihm die Haltung der verschiedenen Parteien zu den für ihn relevanten Themen von Behindertenpolitik und Integration erklären, damit er sich eine Präferenz suchen kann. Ist natürlich durch unsere Vermittlung auch nicht ganz sauber.
Bei 10 - 15 Jährigen kann ich mir eine Stimme vorstellen, die die Eltern für ihr Kind abgeben, weil sie schließlich für das Kind verantwortlich sind, aber kein Wahlrecht für Kinder mit noch sehr begrenzter Lebenserfahrung. Ich würde Wahlrecht immer mit voller Strafmündigkeit verknüpfen, da für beides ähnliche Kriterien gelten müssen.