Zitat:
Zitat von Flow
Ja, kann man alles betrachten ...
Punkte wie Spaltung der Gesellschaft, Rufe nach autoritärer Führung durch den Staat, mehr Überwachung, Freiheitseinschränkung, allgemeine Isolation machen mir größere Sorgen als die Gefahr mich mit dem SARS-CoV-2-Virus zu infizieren, auf die ich selbst ja auch recht gute Einflußmöglichkeit, ja zur Not nahezu Kontrolle habe....
|
Corona macht mir kurzfristig gesehen deutlich größere Sorgen, da ich einfach nicht angesteckt werden möchte und ich die Gefahr aber sehe.
Interessanter finde ich aber die Punkte, die du am Anfang erwähnst. So hatte ich schon lange vor Corona über die Schwächen des Liberalismus gelesen (Reckwitz) und ein fiktives postdemokratisches Zeitalter mit viel Überwachung (Harari).
Die Texte fand ich zwar interessant, aber eher fiktiv und akademisch. Nur wenige Wochen später lese ich dann in meiner (liberalen) Tageszeitung Leitkommentare, dass der Staat bei manchen Demonstranten kompromisslos durchgreifen sollte, strikte Polizeikontrollen i.O. seien und man großflächig digitale Hilfsmittel einsetzen soll. Die Kommentarspalten sind, wenn es um Ausgangssperren ab 22 Uhr geht, auch voll damit, dass dies nicht genug sei. Es wird nach mehr Überwachung und Einschränkung gerufen. Nicht von einem autoritären Staat, sondern von den Betroffenen selbst. Das finde ich schon bemerkenswert.
