Ui Leute, gestern hats mich ja wiedermal angekekst. Eigentlich.
Dann musst ich mir aber wieder in Erinnerung rufen, dasses immer besser ist im Stau zu stehen als Ursache fürn Stau zu sein.
Aber der Reihe nach.
Vor Monaten, als ich meinen Zigeunerwagen das letzte mal besucht hab, war nicht abzusehen, dass die Möglichkeiten, da dieses Jahr nochmal hin zu gelangen, rar gesät sein werden.
Also, ich hab ja schon Silvester oder Weihnachten dort verbracht und weil ich ja so ne unzerwürfliche und festgefügte, positiive Meinung zur Vernunft des Menschen hab (NICHT!, hahaha...

), dacht ich tatsächlich, es halten sich alle etwas zurück und die Geschichte mit Corona verläuft im Nichts.
Naja: denkste, Puppe!
Wie auch immer: Wasserflaschen stehen noch genauso rum wie der Frischwassertank gefüllt ist, in dem zudem dann noch ne Pumpe hängt, die Eis auch nur ganz schlecht verträgt, der Akku vom Staubsauger mags auch eher kühl, aber halt frostfrei und ich hätte daher davon abgesehen, ihn übern Winter dort einzufrieren, und beim Gebastel an der nachgerüsteten Standheizung hab ich das Multimeter, das eigentlich im Bulli zur Spannungsanzeige für die (Zweit-)Batterie dient, vergessen, und das wollt ich total gern mal wieder benutzen.
Und nachdem sich schon im Laufe der Woche Verschärfungen hinsichtlich Corona ergaben, konnts über Kurz oder Lang nimmer besser werden, in die Fränkische zu gelangen.
So, also am Nachmittag nach der Prüfung der Ausrüstung bei der Bergwacht das Leergut der seit Wochen ausgetrunkenen Bierkisten ins Auto gewuppt, kurz Stauapp gecheckt und vor Würzburg wie immer ein paar Minuten Verzögerung gesehen, aber daher ('wie immer'...!) nicht weiter beachtet.
Da man in WÜ immer wieder mal ganz günstig tanken kann, kurz vorher nochmal nachgeguckt, obs sinnvoll sein könnte, abzufahren: oh ja, definitiv, aber nicht wegem Sprit, sondern wegen der angewachsenen Stauzeit.
Leider zu spät.
Stillstand.
Immer wieder, dann wieder n paar Meter voran, die üblichen Keine-Rettungsgasse-Bilder zusammen mit den Superschlauen, die über die Standspur schneller zur Ausfahrt gelangen wollen und dann vor der Hinweistafel für die Spurverengung auf eine stehen und frech werden und hupen, weilse keiner mehr reinlassen will.
Also: Chaos hoch drei, zum Kotzen.
Anderthalb Stunden verloren, ehe ich überhaupt auf der Bundesstrasse war und kalkuliert, ob das überhaupt noch zeitlich ausgeht mitm Bierkaufen oder ob ich direkt umdrehn soll.
Aber egal, Bier ist nicht wichtig, es geht ums Wasserkübel ausschütten und sichern und ums Multimeter und um die Frage, was die Autobatterie, an der die nachgerüstete Standheizung hängt, nach zwo Monaten Kälte ohne Ladung macht.
Glücklicherweise folgte die Meute der offiziellen Umleitung und ich kam so fix durch Würzburg und mit zwo Stunden Verspätung in der Fränkischen an.
Übernachtung war nicht geplant, der Rest fix erledigt, also noch nen Happen Futter eingeworfen und los, retour.
Alles töffte, Autobahn mittlerweile leer, aber nach Würzburg immer noch Stau in beiden Richtungen.
Nachdem der in meiner Richtung auf einstellig Minuten zusammengeschmolzen war, riskierte ichs, diesmal nicht durch die komplette Stadt zu eiern.
Boah, und dann klappte mir echt die Kinnlade runter.
Das verwackelte Foto fängt das nicht ein, obwohl wir kurz standen, aber scheinbar sollte man bei schwierigen Lichtverhältnissen das Telefon nicht aufm vibrierenden Lenkrad abstützen:
Ich hab ja mittlerweile auch einige Nachteinsätze hinter mir, aber was hier an Blau- und Gelblichtgewitter herrschte, das zwei riesige, gespenstisch aufgerichtete Autokrane beleuchtete, wird hoffentlich weiterhin unübertroffen bleiben.
Unheimlich, mystisch und gigantisch, und im Vorbeifahren ausm Augenwinkel sah es aus, als läg ne riesige, schneebedeckte Tanne quer über die gesamte Gegenfahrbahn.
Daraufhin musst ich zuhause natürlich mal nachschauen, was da los war:
https://www.br.de/nachrichten/bayern...-toter,SIyQ3Vn
Autsch!
Wieder jemand zur falschen Zeit am falschen Ort und sicher nichtmal ein dummes Gefühl dabei.
Alles lief geschmeidig, wenig Verkehr, kaum LKWs.
Nur mindestens einer zuviel...
