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Szenekenner
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HK Triathlon Bericht
Nihao,
einige ereignisreiche Tage liegen hinter mir, so dass es Zeit wird mal wieder was zu schreiben (was verdammt viel geworden ist).
Die letzte Woche vor dem HK Triathlon stand ganz im Zeichen der Kundenbesuche, d.h. kein Training aber viel essen und trinken. In Zygong (Sichuan Provinz) dachte ich, der extrem scharfe Fisch frisst sich so langsam durch alle Schleimhäute durch. Schön so etwas vorgesetzt zu bekommen, wenn man weis, dass man danach noch drei Stunden Busfahrt vor sich hat. Da heißt es Pobacken zusammenkneifen.
Am Samstag ging es fast pünktlich los Richtung HK, d.h. der Flieger hatte genau die richtige Verspätung, so dass wir direkt auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel beim Disneyland Hotel vorbeifahren konnten, um die Wettkampfunterlagen abzuholen. Dann schnell den Drahtesel zusammengeschraubt und den ersten Erkundungsrundgang durch Downtown Hong Kong gemacht. Zusammenfassend kann man sagen HK ist eine Mischung aus Shanghai und London, nur durch die geographische Lage noch ein bisschen komprimierter.
Sonntagmorgen klingelte der Wecker um 4 Uhr. Schnell in die Klamotten geschlüpft und los zum Treffpunkt für den organisierten Transport zum Disneyland. Nur leider haben mir die Jungs im Hotel den falschen Ort auf der Karte gezeigt (kleiner Tipp für China: Immer mehrere Leute nach den Weg fragen. Wenn sich kein eindeutiges Ergebnis herausstellt, lieber keinem Glauben.). Also wurde es nichts mit der Abholung und ich musste mir ein Taxi schnappen. Zum Glück hat der Taxifahrer sich wegen dem Fahrrad auf der Rückbank nicht angestellt.
Vor Ort hatte ich dann noch genug Zeit zu Frühstücken und auf leeren Strassen eine Probefahrt zu machen (wäre wohl Downtown ein wenig gefährlich gewesen). Apropos Probefahrt: Die Aerobars sind drauf, allerdings hat die Position nicht viel mit Aero zu tun, eher mit Gemütlichkeit. Aber es war keine Zeit mehr was zu ändern, das steht jetzt über den Winter an. Eine kleine Aufregung entstand, als wirklich nur Teilnehmer in der Wechselzone eine vernünftige Pumpe dabei hatte. Der Junge hatte eine Menge neuer Freunde und ich muss mir für die Reisen was überlegen, meine Topeak Micro Rocket ist doch eher was für Notfälle unterwegs.
Von der Wechselzone zum Schwimmstart war es verdammt weit (und damit auch später vom Schwimmen zurück, man durfte sogar Laufschuhe beim Schwimmausstieg deponieren, um damit zur Wechselzone zu laufen). Gestartet wurde in Wellen, das machte die Startgruppen klein, das Rennen an sich aber unübersichtlich. Fast pünktlich ging es los. Nach ein paar Rangeleien konnte ich recht frei schwimmen. Einmal bin ich ein bisschen vom Weg abgekommen, da ich eine Zwischenboje nicht gesehen hatte und direkten Kurs auf die nächste genommen hatte. An irgendwelche Füße dranhängen hatte bei der Brühe wenig Sinn, man konnte ja noch nicht einmal mehr seine Hände vorne sehen. Ich hatte mich schon auf das Schlimmste beim Schwimmen eingestellt, da das Training in den letzten Wochen grausam war. Die Zeit ist mit 35:58 min auch nicht toll (ohne Neo), aber ich bin das erste mal in meinem Leben 1500m durchgekrault (bis auf ein paar Brustzüge zur Orientierung und an den Wendebojen) und das auch noch zum ersten mal in Salzwasser, daher war ich zufrieden und lag im Plan (sub 3 Stunden).
Vom Schwimmausstieg bis zum Rad brauchte ich schon 6 Minuten, dann noch ein gemütlicher Wechsel (Power-Bar gegessen, Socken und Schuhe an, …) und bis ich auf dem Rad saß waren fast 10 Minuten rum, womit ich schon wieder ein wenig hinter dem Plan lag. Die Radstrecke verlief zunächst etwas kurvig durch einen Park zur Wendepunktstrecke. Dort war es dann wellig, aber mehr oder weniger immer geradeaus, nicht gerade eine landschaftliche Schönheit. Die vielen Startwellen haben leider nicht geholfen, denn es gab immer wieder Pulks. Manchmal war es einfach zu voll, vielfach sah man aber auch das typische Bild: Expat vorne weg, drei bis vier Chinesen im Windschatten hinterher. In meinem Leistungsbereich scheint es allerdings nicht viele zu geben, bei mir hing nie einer hinten dran (vermutlich bin ich zu langsam). Zurück dann wieder durch den Park zur Wechselzone (hier habe ich dann auch mein einziges Gel reingeworfen, hätte gerne ein paar mehr zur Verfügung gehabt, aber keine mehr am Abend vorher gefunden und in Shanghai sind die Dinger nicht aufzutreiben). Obwohl noch nie vorher geübt, ziehe ich mir die Schuhe auf dem Rad aus, denn der Weg in die Wechselzone ist wieder weit. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir genau 2 Stunden unterwegs, sub 3 noch möglich. Als ich aus der Wechselzone wieder rauskomme, sind allerdings schon wieder 5 Minuten vergangen, das wird wohl knapp. Zumal jetzt die Sonne richtig brennt und der Großteil der Laufstrecke am Wasser entlang keinen Schatten bietet. 30°C sind für den Tag angesagt. So richtig rund läuft es bei mir auch nicht, aufgrund der fehlenden Kilometerangaben fehlt mir auch jedes Tempogefühl, nur dass es zu langsam ist, das fühle ich. An den zwei Verpflegungsstellen auf dem 2x5km Wendepunktkurs schütte ich mir das Wasser becherweise über den Kopf und ein Teil auch in mich hinein. Und dann bei ca. km 3 passiert es: Seitenstechen. Also kurz gegangen, ordentlich reingegriffen in die Seite und nach kurzer Zeit ging es wieder. Aber 3 Kilometer weiter das gleiche noch einmal, wieder gehen. Danach war es dann aber gut. Da ich auch schon beim Sprint im Sommer in Salzgitter Problem hatte, muss ich da mal was tun. Damit war aber endgültig klar, dass es mit der sub 3 nicht mehr klappt. Nach 3:06:09 bin ich über die Ziellinie gelaufen. Im Nachhinein bin ich damit zufrieden, schließlich war es meine erste OD und mit einer „normalen“ Strecke vom Schwimmausstieg zur Wechselzone wäre die sub 3 auch gefallen. Anderseits muss ich schon noch einiges tun, schließlich wartet im April mehr als die doppelte Distanz auf mich.
Seit heute sind auch die Ergebnislisten draußen, hier für die Statistiker:
Total: 3:06:09, Gesamtrang 247 von 356 männlichen Finishern
Schwimmen: 35:58, Rang 187
Rad (einschließlich Wechsel): 1:30:08, Rang 261
Lauf: 1:00:04, Rang 258
Insgesamt war es eine schöne Veranstaltung. Die Helfer waren manchmal ein bisschen überfordert (es gab wohl einige Fehlleitungen) und durch die verschiedenen Distanzen und Startwellen war es auch nicht besonders übersichtlich. Im Zielbereich hätte es gerne außer Bananen auch noch etwas anderes zu Essen geben dürfen.
Nach dem Duathlon ein paar Wochen vorher hatte ich mir ein bisschen mehr versprochen, aber die Wochen dazwischen liefen trainingstechnisch berufsbedingt auch nicht optimal. Ein paar Anfängerfehler (grausames Frühstück, keine Gels, Pumpe) habe ich mir auch geleistet und meine Wechsel sind eher gemütlich. Für eine OD ist der Aufwand natürlich ziemlich groß (Flug, Taxi, Hotel für ein paar Tage, Rad auseinander bauen, zusammen bauen, wieder auseinander, das ganze wieder zurück). Aber hier gibt es halt nicht viele Wettbewerbe, da beneidet man schon die Wettkampfdichte in Deutschland. Andererseits kann man so ein paar Tage Sightseeing damit verknüpfen, was wir ja auch gemacht haben. Diese Woche lasse ich die Beine baumeln. Der Shanghai HM fällt für mich aus, da an dem Wochenende noch Asian Sales Meeting ist. Daher gönne ich mir eine kleine Regenerationsphase, bevor Mitte Dezember das Training für den China 70.3 beginnt. In dieser Pause werde ich demnächst mal einen kleinen Rückblick auf die erste Halbsaison in China werfen und einen Ausblick auf das nächste Jahr. Und hoffentliche schaffe ich es auch mal ein paar Bilder einzustellen.
Bis dahin
Zaijian
Lars
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