Zitat:
Zitat von LidlRacer
Ähm, nein. Abgesehen vom üblichen Muster innerhalb der Woche ist nichts gesunken - also nicht gegenüber dem gleichen Tag in der Vorwoche - auch nicht annähernd.
PS:
Wahrscheinlich meinst Du wieder die kleinen Schwankungen in der roten Kurve hier (16:41 Uhr):
https://www.spiegel.de/wissenschaft/...2-2e663818da1c
Denen vertraue ich nach wie vor nicht.
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Die
aktuellen NowCasting-Zahlen des RKI melden einen R-Wert von 0,98 (=geglätteter 7-Tage-Wert) Und der R-Wert sinkt bereits seit letztem Dienstag.
Und ich meine die stark reduzierte Anstiegsgeschwindigkeit: Wenn wir weiter einen exponentiellen Anstieg der infekte hätten (wie Spahn in der heutigen Pressekonferenz mathematisch falsch behauptet hat), dann müssten wir heute etwa doppelt so viel Neuinfekte haben, wie letzten Dienstag, also etwa 26000. Denn am 26.10 hatten wir 13 000 Neuinfekte und eine Woche zuvor 7000.
Tatsächlich haben wir "nur" 15000 Neuinfekte, also nur einen vergleichsweise moderaten (somit gebremsten) Anstieg der Neuinfekte im Vergleich zum letzten Dienstag.
Es ist schon klar, dass man als Politiker, der einerseits bei laufenden Gerichtsverfahren und gerade erst beschlossenen Verschärfungsmaßnahmen nicht in der Öffentlichkeit verkünden kann, dass sich die Situation entspannt, denn man muss ja die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin für die AHA-Regeln motivieren und hat auch einen Rechtfertigungsdruck für den teuren Lockdown, aber es macht trotzdem keinen guten Eindruck (für mich), wenn man aus den vorliegenden vorbildlich transparenten Daten des RKI stets die negativsten Daten selektv herausgreift, die geeignet sind, die eigene Agenda zu stützen.
Deshalb wurde heute in den Medien auch bevorzugt der starke Anstieg der stationär bhandlungspflichtigen oder gar intensivpflichtigen Patienten hervorgehoben, der aber sehr leicht anhand der Neuinfekte in der Vorwoche prognostiziert werden kann (rund 4% der Covid-19-positiv getesteten werden eine Woche später ernsthaft krank und ca. 2 % (in Abhängigkeit von der Altersstrukur) landen aktuell auf der Intensivstation).
Dieser Anstieg ist also nur ein (prozentuales) Spiegelbild des starken Anstiegs der Vorwoche.
(und weil diese Entwicklung natürlich nicht nur mir, sondern auch Spahns Experten im Gesundheitsministerium nicht verborgen geblieben ist, wurden bisher die Elektiv-Eingriffe, die im Frühjahr bei geringeren Fallzahlen den Krankenhäusern untersagt worden sind, um Reservekapazitäten auf den intensivstationen zu schaffen, dieses mal im November nicht untersagt: in deutschen Krankenhäusern werden aktuell weiterhin auf Hochdruck verschiebbare Operationen wie künmstliche Hüft- und Kniegelenke durchgeführt)