Zitat:
Zitat von qbz
Die Grippen der letzten Jahre z.B. führten zu keiner Überlastung des Gesundheitswesens (spez. der Intensivstationen) wie wir es in diversen Orten in Europa bei Covid-19 feststellen mussten (auch in Schweden übrigens zeitweilig).
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Tja, der Mensch sieht immer in der aktuellen Notlage die schlimmste aller Zeiten; frühere Notlagen werden schnell vergessen. Das dürfte eine natürliche Reaktion sein, um sich optimal auf die aktuelle Problemlösung zu konzentrieren, verfälscht aber den Bllick aufs Ganze leicht.
Zumindest in Deutschland (andere Länder kenne ich nicht gut genug, und mir geht es auch nicht um die Welt, sondern um das, was dieses Land betrifft) war z.B. in 2017/2018 das Gesundheitssystem nahe am Zusammenbrechen - Vergleichbare Situation gab es dieses Jahr m.W. an keinem Krankenhaus oder Arztpraxis. Z.B.
Ludwigsburg:
Und es gab viele ähnliche Medienberichte, z.B. aus
Frankfurt und
Überregional.
Der Mensch ist aber gut im Verdrängen und Vergessen. Gibt es wirklich objektive Gründe, warum damals nicht ebenso angefangen wurde, täglich die Toten in die Nachrichten zu bringen, und drastische Maßnahmen zu fordern? Und was machen wir, wenn nächstes Jahr Grippe und Covid vergleichbar aufflammen - zählen wir dann beide und leben in Dauerangst vor Viren, oder gehen wir pragmatisch zurück auf den Umgang wie 2018 - es wird schon irgendwann besser? Welchen Mittelweg zwischen Angst und Verdrängen verträgt die Gesellschaft auf Dauer?