Zitat:
Zitat von Hafu
Der Artikel scheint mir mal richtig schlecht recherchiert zu sein. Springerpresse.
Sowohl Atomkraftwerke als auch Kohlekraftwerke eignen sich denkbar schlecht zur "Stabilisierung der Stromnetze", da es beide typische Grundlastkraftwerke sind, die 24/7 genau dieselbe Strommenge liefern und die Stromabgabe an die Netze nicht flexibel und bedarfsgerecht dosieren können.
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Sorry, aber das ist nicht ganz korrekt. Die großen rotierenden Massen der Kraftwerke (Generatoren) sind ein Trägheitspuffer, die als "Momentanreserve" Kurzzeitige Schwankungen sehr gut "glattbügeln" (wie z.B. Windböen oder lokale Wolken vor der Sonne, die zu kurzzeitigen Schwankungen im Netz führen. Natürlich sind die anderen Faktoren, die Du aufführst, auch wesentlich, aber z.B. Gaskraftwerke sind auch nicht so schnell hochgefahren, um solche ganz schnellen Schwankungen auszugleichen. Und bis die erforderliche Menge "recyclelter" Batterien bereit steht (die auch noch dann umgerichtet werden müssen, also auch nicht direkt am Wechselstromnetz hängen können), vergehen noch viele Jahre. Es gibt natürlich viel Forschung zu dem Thema, aber alles führt zu sehr komplexen regelungstechnischen Lösungen, die weniger robust sind, als die Masseträgheit.
Kurze Schwankungen von wenigen Sekunden puffern die Kraftwerke durch die Trägheit der mächtigen rotierenden Generatoren einfach ab. »Diesen Effekt bezeichnen wir als Momentanreserve«, erklärt Tenbohlen. »Hält die Abweichung länger als zehn Sekunden an, folgt die Primärregelung. Dann wird mehr Dampf auf die Turbine gegeben, so dass sie sich schneller dreht.« Dauert die Abweichung länger als eine Minute, müssen Kraftwerke in benachbarten Regionen zugeschaltet werden, die sich schnell hochfahren lassen und die schnell zusätzlichen Strom liefern – etwa Gaskraftwerke, die schnell auf Touren kommen, oder Pumpspeicherkraftwerke, die ihre Schleusen öffnen, damit das Wasser durch die Turbinen rauscht. »Das ist die so genannte Sekundärregelung