Zitat:
Zitat von JENS-KLEVE
...Auf die Nachfrage was das für Mitschüler waren „ja so Kanacken“. Ich übersetze das mal als Jugendliche mit Migrationshintergründen teilweise mit und teilweise ohne deutschen Ausweis. Diese Bezeichnung gilt in meiner Generation als Schimpfwort, obwohl sie eigentlich nur Mensch bedeutet. In der Jugendsprache bezeichnen sich entsprechende Jugendliche selbst so. Daher war es in diesem Kontext nicht als Beleidigung, sondern als Beschreibung gemeint.
|
In der entsprechenden Szene ist der Begriff längst als Selbstbezeichnung etabliert, einschließlich der speziellen "
Kanak Sprak", die als identitätsstiftend gepflegt wird. Die Zuordnung von Inhalt und Wert in der Sprache entwickelt sich halt stetig weiter; während Neger oder Zigeuner früher wertfrei angesehen wurde, und Kanak ein Schimpfwort war, verschiebt sich die Bedeutung des einen ins negative, während dem Schimpfwort von Betroffenen eine positive Konnotation verliehen wird. Sowas ist nicht ungewöhnlich und zeigt für mich, daß der Mensch die Sprache stärker prägt, als anders herum.