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Alt 17.05.2020, 10:41   #2799
FMMT
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Registriert seit: 28.12.2007
Ort: Odenwald/Neckar
Beiträge: 9.311
Zum Glück haben wir 2 Flaschen Sprudel eingepackt. Ich schnappe mir eine, fange an zu gehen. Die Intensität muss aus dem Körper, dann kann ich vielleicht auch wieder trinken. Ich gehe durch das Dorf, zu einem kurzen schattigen Waldabschnitt, probiere zu trinken. Erste Schlücke klappen, später immer mehr. Ich leere fast die ganze Flasche. Für den km brauche ich über 12 Minuten, rechne hoch, komme auf weitere 4 Stunden Wandern. Wenig erbaulich, aber noch unerfreulicher ist es, es nicht wenigstens zu versuchen. Ich habe eine absolute Abeignung aufzugeben. Das konnte ich noch nie. Zeit habe ich. Geduld brauche ich. Auf Herzblatt kann ich mich eh verlassen. Zum Glück kann sie sich in dem Dorf auch andersweitig gut beschäftigen.
Ich marschiere weitere 4 km, dann versuche ich zumindest kurz zu traben. Extrem langsam, aber immerhin noch schneller als walken. Überrascht sehe ich K2. Er kam extra die 16 km mit dem MTB angeradelt zur Unterstützung. Es lenkt ab, motiviert. Als ich wende, radelt er heim. Ich trabe noch 2 km, dann ist der Ofen wieder aus. Kampf- oder besser Krampfwandern ist angesagt . Immerhin nähert sich die 30er Marke. Ich versuche ein Gel zu verspeisen, geht gar nicht. Ich muss stoppen, sonst wird mir schlecht. Trinken geht dafür problemlos. Mir fehlt wohl immer noch Flüssigkeit zum Verdauen. Ich meide fortan die sonnigen Abschnitte im Dorf, gehe jetzt immer wieder am Neckar entlang. Es ist mittlerweile sogar recht kühl. Kein Wunder, es wird schon Abend. Immer wieder zucken diverse Muskeln, lassen mich stolpern, wollen nicht mehr. Trotzdem, der 11er Schnitt hält.
Ich mag absolut nicht mehr, fange jetzt an Melodien zu summen, bewusst stark zu schnaufen, dass der Kreislauf nicht muckt. Greife zu meiner allerletzten Nottfallmaßnahme. Mein Mantra für Durchhaltevermögen und Optimismus: Bunte Socke, Bunte Socke . Das passt perfekt zum Atemrythmus. Lässt den Frust entweichen.Um die Zeit ist eh keiner mehr unterwegs. Es dauert und dauert, aber so langsam nähert sich die 40er Marke, dann der letzte Kilometer zusammen mit Herzblatt. Geschafft, wieder einmal gemeinsam .
Das war, besonders mit der Vorgeschichte im Laufen, mit das Brutalste, was ich mir bisher vorgenommen hatte. Mein langsamter Marathon ever, 6.07 Stunden und doch wäre ich trotz MS, MTB und allen Widrigkeiten mit 15.19 Std. sogar im üblichen Zeitlimit von 16 Stunden geblieben. Es kann nicht immer ein Happy End geben, doch heute war es noch nicht soweit.

Vielen Dank für die tolle Unterstützung und allen einen erholsamen Sonntag
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Meine Sehnsüchte:
Glückliche Familie , Freude am Sport und immer Sonne im Herzen
Challenge MS, für das Gefühl des "Ich kann noch"

Das Leben ist zu kurz für Beinschlagtraining

Geändert von FMMT (17.05.2020 um 11:24 Uhr).
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