Zitat:
Zitat von Estebban
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Back Go topic, @ HaFu: wenn man jetzt mehr oder weniger davon ausgehen kann, dass Kinder keine Multiplikatoren seien, dann hiesse das doch, Schulen könnten relativ entspannt wieder aufmachen?
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Vom Bauchgefühl würde ich sagen: ja.
Andererseits fehlen aber auch überzeugende wissenschaftliche Daten, mit denen man die Wiederöffnung begründen kann. Und wer eine Entscheidung trifft, muss dann dafür auch Verantwortung übernehmen und das geht mit Daten eben leichter als eine Begründung "mit Bauchgefühl" (und ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich nicht in der Haut von Politikern stecken muss, denn die haben oft derzeit eine Situation, dass egal wie sie entscheiden ein Teil der Betroffenen anschließend auf sie einprügeln, denn sowohl mit Schulschließungen als auch mit Schulöffnung tritt man Eltern bzw. Lehrern auf die Füße und mit andauernden Schließungen fügt man darüberhinaus den Kindern (und mittelfristig auch der Gesellschaft) erheblichen Schaden in vielerlei Hinsicht zu).
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Prof. Drosten Anfang März sich noch gegen Schul- und Kitaschließungen ausgesprochen hat, weil es eben keine Studien gab, dass man mit einer derartig drastischen Maßnahme irgendwas in einer solchen epidemiologischen Situation erreicht.
Kekule hat schon seit Mitte Februar Schul- und Kitaschließungen gefordert alleine aus den theoretischen Überlegungen, die auch Triasven oben gemacht hat. Wissenschaftlich begründen konnte Kekule das aber auch damals nicht.
Mehrfach habe ich aber in den vergangenen Wochen gelesen, dass es illusorisch ist, von Grundschulkindern (6-10 Jahre) zu erwarten, dass sie Masken tragen, womit dann gerne begründet wird, dass Grunschulen länger geschlossen bleiben müssten als weiterführende Schulen. Da meine Frau regelmäßig zur Notbetreuung von Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten in der Grundschule ist, kann ich dies aufgrund der dort gemachten ERfahrungen nicht bestätigen. Selbst Erstklässler sind was Maskennutzung anbelangt unkompliziert und lernfähig. Wahrscheinlich besser als viele Erwachsene.
Die Knirpse in der Schule meiner Frau legen die Masken an und ab, genauso wie man es ihnen gesagt hat, und tragen sie auch vorbildlich über Mund
und Nase (nicht nur Mund wie es manche meiner Patienten immer wieder machen).
Und
mit Maskennutzung durch Schüler und Lehrer sehe ich keinen Grund, was gegen die Wiedereröffnung der Schulen spricht (zumindest mit entpsrechenden Abstandsgeboten und verringerter Schülerzahl; z.B. Präsenzschule nur jeden zweiten Tag und an den anderen Tagen e-Learning bzw. Homeschooling).
Ein Problem derzeit ist sicherlich, dass ein Großteil der entscheidenden Politiker aktuell keine Kinder im schulpflichtigen oder Kita-Alter hat und dieses Problem deshalb nicht so auf dem Radar ist. Merkel ist kinderlos, Gesundheitsminister Spahn homosexuell (soll jetzt absolut nicht wertend gemeint sein. Ist halt so), die meisten anderen relevanten Politiker in Regierungsverantwortung sind über 55 und damit -falls Kinder vorhanden- sind diese schon erwachsen...