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Ich würde gerne einen Punkt verstärken, den Arne gerade erwähnt hat: Dass wir uns als Spezies bewusst machen müssen, dass es mittlerweile 7 Milliarden (!) von uns gibt. Dadurch sind manche Dinge eben einfach nicht mehr möglich, oder nur in sehr begrenztem Umfang.
Das ist nämlich die Ursache hinter den aktuellen Problemen: CO2, Viehzucht, Verkehrskollaps in den Städten. Es wurde alles etwas zu viel.
Es ist für mich kein Problem, einem Huhn morgens ein Ei zu klauen. Aber wenn 300.000 Frankfurter morgens ebenfalls ein Frühstücksei essen wollen, dann geht das eben nicht mehr. Wir haben uns vorgegaukelt (und uns vorgaukeln lassen), dass es dennoch irgendwie geht, wenn wir die Hühnerfabrik irgendwo im Niemandsland verstecken und das ganze Schlamassel einfach vergessen. Aber irgendwann fällt es uns wieder auf die Füße.
In den letzten Jahrzehnten haben diese (anfangs kleinen Probleme) eine derartig monströse Größe angenommen, dass wir sie erst recht verstecken, einfach weil es so abartig ist. Man denke an Schweinefarmen, die ihre Gülle quer durch Europa fahren müssen, weil sie solche Massen davon produzieren, dass man damit ganze Landstriche vergiften kann. Oder man denke an 400.000 Hühner in ihrer eigenen Scheiße.
Bei der Debatte um CO2 ist offensichtlich, dass es mit der Menge der Menschen zu tun hat. Aber auch Veganismus hat damit zu tun. Vielen Menschen ist dieser Zusammenhang (noch) nicht bewusst. Die Debatte über Veganismus ist in meinen Augen in weiten Teilen sinnlos, weil die Entscheidung längst gefallen ist, ob 7 Milliarden Menschen sich von Schnitzel und Käse ernähren können.
Ich bin ganz froh, dass es 7 Milliarden Menschen gibt, denn ich bin einer davon. Aber der Preis für diese meine Existenz als einer von 7 Milliarden ist eben, dass ich nicht jeden Donnerstag ein Schnitzel, jeden Freitag einen Fisch, jeden Samstag eine Grillwurst und jeden Sonntag einen Sonntagsbraten essen kann. Aber ich kann problemlos einen Zucchini-Tomaten-Auflauf oder eine Spitzkohl-Kartoffel-Curry-Pfanne essen, und das ist im Zweifel sogar die bessere Ernährung.
Wir sollten in bestimmten Punkten wieder etwas abrüsten, aber durch unsere Cleverness dafür sorgen, dass es unterm Strich ein Gewinn ist.
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