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Hallo Diego, ich hab das Kraulen ja noch ein paar Monate später gelernt als du, bin also da kein Spezialist, hab aber in anderen Schwimmstilen ziemlich viel Erfahrung (hab als Kind und Jugendlicher mehrere Schwimmabzeichen gemacht und bin gerne längere Strecken (durch Seen usw.) geschwommen).
Wenn ich mir deine Videos ansehe, ist mein erster Eindruck, dass es aussieht, als ob du etwas unkontrolliert, möglicherweise nicht ausreichend auf den guten Bewegungsablauf konzentriert, schwimmst und auch - zumindest hat es optisch den Anschein - ein bisschen kraftlos.
Dein Beinschlag sieht für mich nicht so aus, als wolltest du damit Vortrieb erzielen, sondern eher, als ob du ein notwendiges Übel kraftsparend ausführen möchstest.
Dass du den rechten Arm zu weit nach außen führst und nicht seitengleich schwimmst, ist für mich ein weiteres Symptom dafür, dass du möglicherweise beim Schwimmen nicht diszipliniert genug auf deinen Schwimmstil achtest. Allerdings denke ich nicht, dass dich dieses Ungleichgewicht notwendigerweise langsamer macht. Ich hab erst unlängst hier im Forum ein Video einer Top-Athletin gesehen, die das so ähnlich macht, wie du (und übrigens nach rechts atmet) und die scheint es nicht langsamer zu machen.
Ich denke nach dem Studium vieler Videos sowieso, dass die Perfektionierung des Stils vielleicht nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit Tempo. Wie sagte man früher bei Autos so schön: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Und nach dem Studium etlicher Top-Athleten scheint mir, im Schwimmen gilt: Power ist durch nichts zu ersetzen. Ob man dann schön schwimmt oder nicht, scheint zweitrangig für das Tempo.
Ich würde deshalb an deiner Stelle vor allem Kraft und Ausdauer aufbauen. Ob du dazu gezielte Schwimm-Einzelübungen machst, oder einfach Hanteltraining und Fitnessübungen, ich weiß nicht, was besser ist. Aber ich würde versuchen, Kraft aufzubauen und gleichzeitig selbstkritisch versuchen, während des Schwimmens meinen eigenen Stil zu erspüren und zu optimieren. Du musst ja nicht sofort alles gleichzeitig richtig machen.
Ich würde mich auch mehr fordern, also nicht einfach so atmen, wie es einfach ist, sondern gezielt zwei, drei, vier oder sogar fünf Züge machen und das variieren. Gleichtzeitig würde ich darauf achten, warum es nach einer Seite besser mit dem Atmen, klappt als nach der anderen. Das liegt ja am Bewegungsablauf, und wenn man merkt, an welchen Aspekten des Bewegungsablaufs es auf der "schwachen" Seite hängt, kann man das ja trainieren.
Also wie gesagt, ich bin nicht der Kraulspezialist, und ich hab abgewartet, bis die sicher wertvolleren Ratschläge der anderen nicht mehr kommen, bevor ich meinen Beitrag eingestellt habe. Und ich kann natürlich schief liegen. Aber ich meine es gut, also nix für ungut, hoffe ich!
Ach ja, eins noch. Hier wurde unlängst eine Sportlerin zitiert, die sagt, wenn man langsam ausatmet, macht die ausströmende Luft den Schwimmer um bis zu 10% strömungsgünstiger. Der Wert klingt sehr hoch, aber wenn das stimmt, wäre es vielleicht sinnvoll, zu versuchen, den Armzug unter dem Körper zu führen und damit einen Wasserstrom unterhalb des Körpers zu erzeugen.
Geändert von papa2jaja (24.07.2019 um 12:33 Uhr).
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