Guten Abend waden ...
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Zitat von waden
Mir gefällt die sokratische Bescheidenheit auch. Sie liegt wohl allerdings dem Popper’schen Kriterium der Falsifizierbarkeit für den Wert einer These näher als der Idee eines religiösen Allwissenden-Dogmas.
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Um das beurteilen zu können, müßte ich zunächst nochmal bei Popper nachlesen.
Gerne höre ich mir aber auch deine Erläuterung dazu an, falls du dazu Lust hast ...
Zitat:
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Kannst du eine Anschauung der Ägypter benennen, die vor dem von dir genannten weiten Horizont für Dich mehr Sinn stiftet als die Betrachtung mit heutigem Wissen?
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Meine ursprüngliche Aussage war ja, daß man sich im Vergleich "heute" <-> "Altertum" mit
anderen Dingen, mithilfe
anderer Mittel und ausgehend von
anderen Ansätzen befaßt(e).
Was bei Aussagen wie "heute wissen wir mehr als früher" meiner Meinung nach mit in Betracht zu ziehen ist.
Ferner, wenn man von
Wissen oder gar
absoluten Wissen spricht und diesbezüglich auch noch quantitative Aussagen machen will, man sich allermindestens auf eine gemeinsame Definition dieser Begriffe einigt. Allgemein befaßt sich damit eine ganze Wissenschaftsdisziplin, die Epistemologie.
Den Aspekt der
Sinnstiftung fügst du dem nun noch zusätzlich bei ...
Ich denke es wäre nun albern z.B. einen Vergleich BRD 2019 vs Ägypten -X000 zu ziehen bezgl. des Wissens über wasserstoffgetriebene Fahrzeuge.
(Wobei man philosophisch auch wiederum betrachten könnte, ob man hier von Wissen sprechen will, oder besser Technik/Fähigkeiten, und weiterhin wer über dieses vermeintliche Wissen verfügt, die Menschheit, der Einzelne, der Konzern, ein File auf dem PC ... oder ob diese wasserstoffgetriebenen Fahrzeuge einfach im Laufe der Evolution entstehen und wie groß unser Zutun dabei ist ...)
Du fragst selbst nach einer "Anschauuung". Damit kann man auf das Gebiet der "Weltanschauungen" blicken, oder auch der Metaphysik, wo wir uns ja schließlich auch befinden, wenn wir uns Fragen stellen wie "Woher kommt die Welt ?", "Was unterscheidet den Mensch vom Automaten ?" etc.
Wir würden dann nach
"metaphysischen Wissen" fragen, wenn man so will.
Empiristisch haben wir natürlich die Methoden verfeinern können und verfügen nun über ganz andere Mittel zum vermeintlichen Erkenntnis- oder Wissensgewinn. (Haben wir modernen Menschen diese Mittel selbst erschaffen, oder war es eine Frage der Zeit bis sie sich "evoluierten", "die Evolution sie uns zur Verfügung gestellt" hat ?)
Wenn hier allgemein von Wissen gesprochen wird, meine ich, daß vor allem empiristisch gewonnene Erkenntnisse gemeint sind, und die Hochzeit des Empirismus gefeiert wird ... ja ?
Fragen wir nach den aller grundlegensten Dingen (s.o.), stehen wir meiner Meinung nach heute auch nicht viel besser da als je. Auch wenn sich über die Jahrhunderte die Anschauungen, Betrachtungen und Antworten angesammelt haben, ihre Spuren uns zum Teil erhalten blieben und wir viele belächeln können, da sie uns von unsere Warte aus betrachtet unverständlich geworden sind. Ferner haben wir unter Zuhilfenahme der Mathematik (haben wir diese erfunden oder war sie schon immer da und wurde von uns nur entdeckt ?) unsere Wahrnehmungen in feinste Modelle ordnen können, uns damit befähigt reproduktiv voraussagbare Wahrnehmungen zu provozieren, was uns ständig in Versuchung führt, diese Modelle mit der Wirklichkeit zu verwechseln, und uns
glauben läßt die Beantwortung der letzten Fr... äh, der ersten Fragen stünde nun auch unmittelbar bevor ...
Woher kommt die Welt ?
Gibt es einen Gott ?
...
Wenn ich recht erinner' hat Hawkins recht lange darüber sinniert und referiert, um dann zu dem weisen Schluß zu kommen, daß die Frage nicht zu beantworten sei, bzw. sich
in Wirklichkeit auch gar nicht stellt ...
Physikalisch gesehen, selbstverständlich nicht.
Wir befinden uns hier auf dem Gebiet der Metaphysik.
Und was genau wissen wir darüber nun mehr als die Ägypter ?
Meinetwegen beginnen wir vom quasi noch physikalischen Ansatz :
Was ist Zeit ?
Was ist Raum ?
Was ist Energie ?
Wenn du oder ein andere Wissen darüber hat, freue ich mich, es zu hören ...
Rechnen kann ich damit selbst, die meisten gängigen Platitüden sind mir auch geläufig, die Frage stellt sich nach dem "Wesen" dieser Grundpfeiler unser physikalischen Welt.
Wenn wir damit durch sind, dann zum Kern :
Was ist der Mensch ?
Oder halt :
Wat wollt ihr denn ? Und was denkt ihr euch eigentlich dabei ... ?
So, nun aber erstmal gute Nacht !
Bitte um Nachsicht, wenn es zu später Stunde möglicherweise etwas ungeordnet war oder die richtigen Fragen und Antworten verlustig gingen ...