Zitat:
Zitat von chris.fall
Die Freiwasserszene ist sehr überschaubar. Deswegen mag ich die ja gerade so: Die Veranstaltung sind in der Regel von Enthusiasten mit sehr viel Herzblut organisiert. In der Regel hast Du mehr Kampfricher und Sicherung von der DLRG (an dieser Stelle mal Danke dafür!) in den Booten als Athleten im Wasser. Da würde ich kommerzielle Interessen mal ausschließen.
|
Da ist mein Eindruck aber ein ganz anderer.
Ich weiß intern von einem Ausrüster, dass die momentan gezielt in die beiden Bereiche gehen, weil da richtig Kohle zu holen ist. Da wird man dann auch Hauptsponsor von Veranstaltungsreihen und beeinflusst Starttermine oder richtet neue Veranstaltungen dort aus, wo die Temperaturen entsprechend kalt sind. (Oder ganz lustig: Man schreibt schlicht Neo vor, egal wie die Temperatur ist.)
Da kann man jetzt natürlich sagen, toll, dass dadurch mehr Leuten die Möglichkeit gegeben wird, auch mal an einem Freiwasserwettbewerb teilzunehmen, für mich hat das ganze aber eine ziemlich negative Komponente.
Und wenn ich mir vor Augen führe, dass z.B. bei einem "Volksschwimmen" wie in Oberschleißheim 400-500 Schwimmer dabei sind, davon mindestens 95% im Neo schwimmen und das bei sehr guten Bedingungen (warmes Wasser, Regattastrecke mit geringem Überwachungsaufwand und hoher Sicherheit) dann läuft da in meinen Augen einfach etwas gehörig schief.
Zitat:
Zitat von chris.fall
Ich habe mit den Neos ein anderes Problem. Denn auch wenn der Effekt bei reinen Schwimmern nicht so groß ist wie im Triathlon (Bleienten werden mit Neo über die 3,8 zehn Minuten schneller, guten Schwimmern bringt der Neo hingegen nur ein oder zwei Minuten über die Strecke) bringen sie eine Wetbewerbsverzerrung mit sich. Hinzu kommt, dass dadurch eine Materialkomponente (analog dem "Carbon statt Kondition";-) in einen Sport kommt, bei dem mal nur das persönliche Können für das Abschneiden entscheidend war.
|
Ja, das haben ja auch viele bei der Einführung angeprangert. Natürlich ist ein guter Schwimmer weiterhin vorne und ein schlechter weiterhin hinten, aber die Abstände verkürzen sich tendenziell. Und für mich ein wichtiges Thema: Der Wasserschatten spielt dadurch eine größere Rolle. Es wird noch schwerer, überhaupt jemandem davonzuschwimmen. Dadurch läuft es noch mehr auf ein 10km oder 25km "Miteinander schwimmen" und Entscheidung auf den letzten 100m hinaus, als es sowieso schon immer der Fall war. Das ist meiner Meinung nach eine Entwicklung, die dem Sport in keinster Weise gut tut.