Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Solche Beispiele haben meiner Ansicht nach eine geringe Beweiskraft für die These, dass "die Eliten" erstens die politische Macht ausüben, und zweitens zum Nachteil "des Volkes".
Denn diese Beispiele unterschlagen die ebenso zahlreichen Gegenbeispiele. In Deinem Beispiel wären das jene Firmen in der Nazizeit, die nicht oder nicht freiwillig die Politik Hitlers unterstützten. Davon gab es ebenfalls eine ganze Menge. Es ist also schwer, allein mit Beispielen irgend etwas zu beweisen.
Aber nehmen wir einmal an, dass die Interessen "der Eliten" tatsächlich die Politik entscheidend steuerten. Selbst wenn das bewiesen wäre, müsste man außerdem beweisen, dass diese Machtausübung zum Nachteil "des Volkes" geschieht. Dieser zweite Beweis ist nicht zuletzt deshalb erforderlich, weil es den Menschen in den hier kritisierten Systemen, also Deutschland, Frankreich, USA etc. besser geht, als fast überall sonst auf der Welt.
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(Hvm)
Es hängt wohl davon ab, was man (im ersten Teil) "beweisen" möchte.
Ob "Eliten" generell zu, aufgrund ihrer "eigeninteressierten Steuerung der Politik", zu verurteilen sind, oder ob die Politik entscheidend durch Eigeninteressen der Eliten gesteuert wird.
Für den zweiten Fall, der wohl eher auf Verständnis der Mechanismen als auf Verurteilung abzielt, ist es ausreichend, wenn ein kleiner Teil "der Eliten" effektiv eigeninteressierte Macht ausübt. Die zahlreichen Gegenbeispiele, die sich "neutral aus allem raushalten" sind hierbei dann völlig irrelevant.
Interessant höchstens noch "Eliten" die ihre Macht uneigennützig aktiv zum Wohle des Volkes einsetzen.