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Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 08.01.2019, 23:57   #28
X2theC
sagt "Hallo allerseits!"
 
Registriert seit: 06.06.2009
Beiträge: 2
Zitat:
Zitat von Großeglocke Beitrag anzeigen
Meine persönliche Erfahrung:


Mittlerweile weiß ich von vielen Sandkastengesprächen, dass es den meisten so wie mir ging. Man ist in den Jahren 1-3 als Vater in vielen (etlichen) Situationen beim Kind einfach sowas von abgemeldet, das ist garkein Problem nebenbei Sport oder einen WK am WE zu machen. Sofern du mit dem Schlafmangel klar kommst natürlich. Die Mütter sind da wesentlich stärker gefordert. Allein schon durch das Stillen und andere biologische Prozesse sind sie auch Ansprechpartner No.1 für alles andere. Die beste Hilfe die man in der Situation sein kann, ist es der Frau im Haushalt und bei anderen Dingen den Rücken möglichst frei zu halten und nicht zu versuchen mit der Brechstange Vater-Kind Bonding zu betreiben. Natürlich kapselt man sich nicht komplett ab, aber man merkt eben doch schnell dass man das innige Niveau das Kind und Mutter haben als Vater ersteinmal nicht erreichen kann.

Irgendwann ist es dann soweit und das Kind bemerkt dich und eine spannende Reise kann beginnen, doch das dauert noch.
Willkommen im Mittelalter!

Ich bin grad so schockiert von diesem Beitrag und der Zustimmung, die er erfahren hat, dass ich mich hier zu meinem ersten Beitrag berufen fühle.

Die dargestellte Meinung halte ich für absolut nicht allgemeingültig haltbar. Im Gegenteil, ich finde sie altmodisch, etwas chauvinistisch und überholt. Ja, nur Mütter können stillen und ja, damit sind Mütter die Hauptpersonen in der Versorgung von Säuglingen. Aber es ist ja nicht so, dass ein Baby 24h am Tag an der Brust hängt. Und alles andere (Tragen, Wickeln, Anziehen, Ausziehen, Waschen, Spazierengehen, Arztbesuche usw.) können Väter genau so machen. Ganz davon abgesehen, dass eine Mutter nach der Geburt natürlich Entlastung und Unterstützung benötigt. Denn so eine Geburt kann anstrengender als ein Ironman sein und eine entsprechende Erholungsphase nach sich ziehen.

Ich war die ersten 4 Wochen nach Geburt Zuhause. Natürlich hätte ich in dieser Zeit Sport machen können. Habe ich aber nicht. Ich habe mich bewusst entschieden, diese Zeit einfach nur mit meiner Frau und meiner Tochter verbringen und in meine Vaterrolle hineinwachsen zu wollen. Und ich bin mir sicher, dass genau dies dazu beigetragen hat, dass ich mich als Vater in der Folge zu keinem Zeitpunkt "abgemeldet" gefühlt habe. Im Gegenteil: seit dem fünften Lebensmonat arbeiten meine Frau und ich jeweils 50% und teilen uns die Betreuung unserer Tochter, problemlos. Mit Ausnahme des Stillens kann ich als Vater nämlich alles, was unsere Tochter braucht. Das Ergebnis: unsere Tochter hat zu uns beiden völlig gleichermaßen eine Beziehung aufgebaut. Jetzt mit aktuell 9 Monaten und abnehmender Stillfrequenz ist meine Frau regelmäßig ganze Tage unterwegs, auch hier problemlos.

Was ich damit sagen möchte: ich bin überzeugt, dass es ganz stark davon abhängt, wie Mann sich einbringen möchte. Das darf jeder für sich entscheiden. Aber zu behaupten, man wäre als Mann in den ersten 1 bis 3 Lebensjahren zwangsläufig abgemeldet, halte ich für schlicht falsch. Wenn wir das glauben, dann machen wir Männer es uns zu einfach, denn so bequem ist es nicht.
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