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Zitat von noam
Leider muss man mittlerweile "ermittlungstaktisch" ein bestimmtes Risiko eingehen, damit die Ermittlungen zu einer entsprechenden Verurteilung führen und nicht zu einem gerichtlichen erhobenen Zeigefinger mit anschließendem "Weiter so".
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Das ist ein Phänomen, das ich in der Rechtsausübung tatsächlich nicht begreife. Ich meine das genau so, im Wortsinne. Ich verstehe es nicht.
Auch ich möchte niemanden wegen geringfügiger Vergehen oder einmaliger Straftaten mit überschaubarem Schaden ewig weggesperrt sehen. Menschen machen Fehler, Menschen ändern sich. Die Fairness gebietet, dass man ihnen die Chance dazu lässt. Alles gut. Aber wenn jemand sich nicht abschrecken lässt und regelmäßig absichtlich Menschen verletzt - sorry für meine Fixierung auf körperliche Unversehrtheit - finde ich keine Erklärung dafür, dass Richter im unteren Rahmen des möglichen Strafmaßes bleiben.
Möglicherweise verstehe ich das Strafrecht komplett falsch und meine Erwartung, dass es auch dem Zweck dienen soll, die Gemeinschaft zu schützen, ist abwegig.
Ich fände es nett, wenn jemand mir die Gegenposition mal halbwegs nachvollziehbar erklären könnte. Vielleicht ist Milde auch in solchen Fällen angebracht und ich habe nur noch nicht verstanden, warum.