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Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und die selbst gestellten sind in dieser Hinsicht natürlich das Non-plus-Ultra sozusagen.
Irgendwie erinnert mich diese Höhenmetersammelaktion an die Prüfung von zukünftigen Unteroffizieren ;-), die ich vor mittlerweile 30 Jährchen am Rande mitbekommen habe.
Die haben die armen, armen Jungs auf einen 60 Kilometer langen Marsch geschickt.
Man bot uns freundlicherweise die Gelegenheit diesen Haufen nach etwa der Hälfte der Strecke beobachten zu können.
Sie sahen ein wenig mitgenommen aus.
Das war an einem lauen Frühsommermitttag.
Wir saßen gemütlich in der Sonne beim Essen und die waren ein paar Hundert Meter von uns weg auf einem kleinen Inselchen im Reffenthal.
Sie waren gerade dabei ein Schlauchboot fertig zu machen und zu uns überzusetzen.
Da kamen ganz gemeine größere Jungs und machten ein paar fiese Löcher in das Schlauchtboot.
Anschließend durften die dann ein Floß bauen aus dem kaputten Schlauchboot und ein paar Ästen aus dem Wald und so ein Zeug.
Als sie fertig waren, hieß es Klamotten ausziehen bis auf die Unterhose, gemeinsam in den Nebenarm des Rheins zu steigen und das Floß samt ihrer übrigen Klamotten und ihrer Ausrüstung (wie es sich gehört hatte jeder einen ordentlichen Rucksack mitzuführen in der seine Sachen drin waren) schwimmend eine Art Außenbordmotor bildend für das Floß zum gegenüberliegenden Ufer zu bringen..
Nach ca. 20 Minuten hatten sie es geschafft und sahen noch ein wenig erholter aus.
Das Wasser hatte geschätzt vielleicht knapp 20 Grad.
Unter den zukünftigen Unteroffizieren war ein besonders schmuckes Kerlchen, was ich ganz gut kannte, weil ich es oft bei der Essenausgabe in der Kantine (man nennt das eigentlich Mannschaftsheim) erlebte.
Das Kerlchen hatte das Glück dort die meiste Zeit verbringen zu dürfen auf dem Weg zur Erlangung des Titels "Unteroffizier".
Der Körper war immer schön gebräunt und in Form gehalten durch regelmäßige Besuche von Fitness-Studios.
Das alles änderte aber wenig an der Gesamtaustrahlung dieses Zeitgenossen:
Er wirkte irgendwie nett und weich.
Kurz nach der Unteroffiziersprüfung sah ich ihn bei der Waffenabgabe schwer abgekämpft und angeschlagen.
Ich sah auf sein Namensschild.
Das war eine Vorlage:
"Armer Hund!" kommentierte ich die Szene.
Das war echt kein bisschen bösartig gemeint (prinzipiell mochte ich Unteroffiziere nicht wirklich) und kam sehr spontan und tief aus dem Bauch heraus.
Er erkannte das und lächelte sogar ein wenig.
Ja - das waren noch Zeiten ;-)!
Jetzt aber zurück in mein warmes Bettchen :-).
Nacht!
Geändert von ThomasG (23.09.2018 um 07:23 Uhr).
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