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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Lauf-ABC, aber wie?
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Alt 24.08.2018, 12:37   #61
Triathlonator
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Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
gaehnforscher, Du unterstellst einfach, dass das Lauf-ABC den Laufstil in Richtung eines biomechanisch effizienteren Stils verbessern würde, zumindest langfristig.

Ich könnte mit der gleichen Berechtigung behaupten, dass Lauf-ABC die biomechanische Ebene verschlechtert.

Triathlonator empfiehlt sogar Trampolinspringen. Auch er könnte recht haben. Oder unrecht.

Beim Radfahren schien lange Zeit völlig offensichtlich, dass der "runde Tritt" biomechanisch besser sei, als andere Trittmuster. Mittlerweile hat sich das als Irrtum herausgestellt, weil die tatsächlichen biomechanischen Verhältnisse viel komplexer sind, als man das lange Zeit annahm oder berücksichtigte. Eine möglichst tangentiale Krafteinleitung ist ineffizient. Deshalb fährt auch niemand so.

Beim Laufen herrscht ebenfalls die naive Grundüberzeugung, dass Merkmale wie kurze Bodenkontaktzeiten, ein gewisser Kniehub, eine gewisse Haltung und Armbewegung etc. biomechanisch effizienter sein müssten, als andere, frei erlernte Bewegungsmuster. Es gibt dafür aber keine Beweise. Bewiesen ist nur, dass Läufer, die viel laufen, dies im Durchschnitt effizienter tun, als Läufer, die weniger laufen.
Ich "empfahl" Trampolinspringen als nicht ganz so ernst gemeinte Bereicherung der sportlichen Abwechslung, mit sehr hohem Spaßfaktor. Unbestreibar ist aber der Nutzen, den generelle Gymnastik und somit auch Trampolinspringen erzielen. Natürlich bringt es langfristig was, Sprungkrafttraining zu machen. Durch Entwicklung der Muskelgruppen und insbesondere der Balance/Stabilität, sind 30 Minuten Trampolinspringen höchstwahrscheinlich noch effektiver, als der affige Hopserlauf??? Wenn mir allgemein springen mit der Zeit leichter fällt, dann profitiert auch die Fußarbeit beim Abstoßen im Laufen davon?

Außerdem halte ich es für fatal alles so statisch zu sehen. Das widerspricht dem generell dynamischen Geist der Bewegung und somit dem Sport. Die TF90 beim Radfahren ist ein Näherungswert...sowie 90km/h im Auto behauptet, das perfekte Maß für Motor- bzw. Spritökonomie zu sein. Den Radfahrer will ich sehen, der 4 Stunden lang exakt 90TF fährt. Und trotzdem liegt Wahrheit darin, wenn man sich dann Puls- und/oder Wattwerte anschaut und aus der theoretischen Kalkulation, annähernd das vorhergesagte praktische Beispiel bekommt.

Aus deiner Erfahrung raus ist z.B. 85TF die perfekte Radökonomie für mich, weil ich die fast ausnahmslos bei Radtrainings als durchschnittlichen Endwert erhalte. Ich fahre aber keine konstanten 85 auf profilreichen Strecken? Und mit runder Tritt war in den 90'ern eigtl. eher gemeint, dass das Kraftverhältnis links/rechts=50/50% liegt. Auch so'n Ding, das ich nicht verstehe, warum heute so viele den runden Tritt mit der TF assoziieren. Und ja, dein Einbeinpedal-Dingens ist dafür eingeführt worden^^

Effizienz zielt auf ein Leistungsmaximum ab. Ökonomie auf das beste Preis/Leistung-Verhältnis und inkludiert somit effiziente Leistung, im Maximalprinzip. Einer der effizient läuft, schafft damit nicht zwangsläufig einen Marathon, weil dafür dann eher das Minimalprinzip zur Geltung kommt? Er muss eventuell seinen perfekt effizienten Laufstil, aus ökonomischen Gründen(Schmerz) aufgeben, um überhaupt durch zu kommen? Wenn ich effizient laufe, ordne ich das Ergebnis der Leistungsfähigkeit unter, umgekehrt wenn ich ökonomisch laufe? Das ist ja was du beschreibst, wenn du sagst, dass ein jeder seine eigene Laufökonomie entwickelt, wenn er das Gefühl hat, dass es nicht "rund läuft".

Der ökonomische Läufer ist aber eventuell nicht unbedingt der effizienteste, da er vielleicht mehr Potential hat, aber auf Grund von Widerständen, noch kein guter, oder sogar perfekter Läufer ist? Über die Masse kommst du nur bis zu einem bestimmten Plateau und dann musst du zwangsläufig am Detail kratzen, um dich weiter zu entwickeln? Wenn ich jetzt 5 Jahre nur Umfänge steigere, hat mir eventuell mein steckensteifes Alter ein Strich durch deine Effizienzrechnung gemacht?...hätt ich mal lieber frühzeitig das ABC praktiziert, um der Steifheit entgegen zu wirken...

Zitat:
Diesen Jemand würde ich dann gerne mal kennenlernen. Er kann von außen, mit Videokamera und Augenmaß, sagen, wie ein bestimmter Läufer sich zu bewegen habe, damit dieser künftig effizienter läuft? Ich halte das für ein kühnes Vorhaben.
Sehe ich auch ein bisschen kritisch. Personal Trainer neigen oft zum Blenden, oder können unerfahren sein. Einen vermeintlich richtig guten findest du erst, wenn nach einem Jahr Training die Leistung stimmt? Vereins- oder Gruppentraining ist da meiner Meinung nach der bessere Weg, da mehrere Meinungen und Erfahrungen mit einfließen. Beim Schwimmen hat trainieren unter Anleitung aber definitiv Geltung, da der technische Anspruch und somit Festigung einer falschen Technik, durch jahrelanges, ungeleitetes Kilometerschrubben, viel höher ist? Auch hier wieder dieses "Plateau"-Ding. Wenn man sich aus eigener Kraft nicht weiterentwickelt, ist Zuhilfenahme von außen dann doch richtig und wichtig? Wenn das nicht so wäre, für was brauche ich dich dann noch als Trainer...

Im übrigen finde ich manche der Übungen extrem fragwürdig. Was mir genau das Silly Walking(Stechschritt), Käsekästchen, oder auf einem Bein durch die Gegend hüpfen bringen soll, verstehe ich überhaupt nicht! Wenn ich Kraftdefizite linksseitig habe, macht gezieltes Krafttraining da mehr Sinn, weil "effizienter"? Wenn ich Knieheben oder Skippings mache, für was muss ich dann noch ein jugendliches Schulspiel für Mädchen abspulen? Und Stechschritt lehne ich kategorisch ab. Mal abgesehen davon, dass das signifikanteste Argument ist, wie beknackt alle drei Übungen aussehen und ich keine Lust hab im Park von Jugendlichen verprügelt zu werden...
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