|
Ist ja nicht immer eine Sicht-Sache.
In Dtld ist es häufiger besonders schön, weil besonders viele Hilfs-Sheriffs auf den Straßen unterwegs sind. Gerade Radfahrer eignen sich wegen der geringeren Breite besonders gut zum "belehren". Dabei ist es völlig egal, ob derjenige wirklich gegen Verkehrsregeln verstoßen hat oder nicht.
Das ist völlig egal. Häufig kennen die Personen die STVO leider gar nicht mehr oder haben Neuerungen seit Jahre nicht mitbekommen. Abgesehen davon ist der Radfahrer sowieso ein Feindbild durch diverse Medien und - ganz wichtig - besonders langsam, besonders schmal und besonders wenig geschützt.
Also viel besser überhol- und gängelbar als andere Verkehrsteilnehmer, die den Leuten ja auch auf den Senkel gehen.
Ich fahre aus dem Grund meine 30 km Arbeitsstrecke leider immer mit Auto. Mit Rad? Kannste vergessen. Mit Auto haben ich wenigstens das Blechkleid als Schutz und auch den kürzeren (! nicht nur zeitlich, sondern Strecke) Arbeitsweg.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass dem Deutschen das Auto nicht nur das liebste Kind ist, sondern auch das liebste Belehrungs- und Bedrohungsmittel. Wenn sich dann mal zu Wort gemeldet wird, kann man noch froh sein, wenn die Hasstiraden dann nicht zu weiteren Nötigungen ausarten.
Allerdings sind die meisten dafür zum Glück zu faul. Aber es gibt sie. Ich habe noch nie verstanden, warum man auf einer Kreisstraße (unter Landstraße) jemanden eng überholt - vorzugsweise bei Gegenverkehr - , Scheibenwischwasser versprüht, ausbremst, wenn man es doch anscheinend so eilig gehabt hat.
Das sind natürlich die Spitzen, mehrfaches Ausbremsen auch schon erlebt. Unflädige Beschimpfungen, Beleidungen und Bedrohungen (nächstes Mal landest du im Graben) - alles dabei.
Wenn ich dann davon lese in den unzähligen Anti-Radfahrer-Diskussionen, dass diese ja kein Kennzeichen hätten - also beim Autofahrer scheint das auch wenig zu wirken.
Das Problem ist ja auch, dass man häufig erst durch die Aktionen stürzen und wirklich zu Schaden kommen muss, damit man wirklich Aussicht auf Erfolg hat. Abgesehen von der Beleidungsssache verläuft das sonst ja eh im Sande.
Am Allerallermeisten stört mich aber die Überhol-Abstand-Sache. Hier im ländlichen ist das kein bisschen besser als in Stadt & Co. Geht mindestens frei nach der pareto-Regel: 80%, 20%.
- 20 % überholen zu dicht, wenn von vorne nix kommt. 80% überholen ... naja ganz ok, wenigstens das Bestreben ist erkennbar.
- 80% überholen zu eng, wenn etwas genau in dem Moment von vorne kommt, 20% warten (korrekt).
Dass jemand mein Tempo unterschätzt, damit kann ich leben. Dass man mal übersehen wird, sicher. Dass die Leute aber häufig sogar Augenkontakt halten und dann trotzdem losfahren, lässt sich man an der Augen-Hirn-Gasfuß-Koordination zweifeln. Das sind dann aber alles noch Sachen, wo man in der Regel reagieren kann.
Wenn jemand allerdings aufs Handy glotzt und in den Kreisel fährt ... tja. Also ich wurde von hinten umgefahren. Läuft.
Die Überholabstandsachen sind ganz, ganz häufig einfach total unnütz, zumal hier ohnehin nicht viel Verkehr ist, also keine langen Schlangen vorhanden.
Ich wurde mal im Nachgang an so eine Sache von einer alten Oma angemacht, dass ich ja 50cm vom Rand gefahren wäre (kein Radweg/Bürgersteig vorhanden) ... ähm. Wäre ja total dreist gewesen. Und dann noch der Radfahrer von vorne, der da auch noch kam. Unverschähmtheit! Da hätte sie mich extra eng überholt wegen der Frechheit! Alles nur, um 2 Sekunden früher auf dem Parkplatz des Supermarkts anzukommen, wo man dann umständlich 10 Sek rumrangiert.
Verkehrte Welt. Das ist aber eben Deutschland - manchmal jedenfalls.
Geändert von felixb (29.06.2018 um 15:35 Uhr).
|