Zitat:
Zitat von Jörn
Hallo keko, ich verstehe diese Kritik. Du kritisierst, dass ich Dich in Geiselhaft nehme für scheussliche Dinge aus der Bibel, die aber eh nicht (mehr) geglaubt werden, jedenfalls nicht von Dir.
Ja. Dazu stehe ich. Das ist genau das, was ich tue.
Du (oder jeder andere) muss sich dadurch überlegen, ob er sich von diesen scheusslichen Dingen distanziert oder nicht. Das öffnet die Debatte.
Natürlich muss man sich distanzieren, wenn davon die Rede ist, man solle die eigene Ehefrau steinigen*. Aber warum distanziert man sich von dieser Bibelstelle und nicht von anderen? Diese Frage ist das Ziel des Manövers.
Wenn's um die eigene Wellness geht, da werden die sperrigen Bibelverse schnell für ungültig erklärt. Aber wenn man damit die "Ehe für alle" verhindern kann, weil man sowieso dagegen ist, dann verweist man schnell auf die ewigen, geheimnisvollen Weisheiten der Bibel, die wir zur Orientierung ach-so-dringend brauchen.
Religion ist heutzutage nichts anderes als die Botschaft: "Meine Meinung ist unantastbar". Das halte ich für falsch. Ich möchte die Debatte und die prüfbare Begründung. Die prüfbare Begründung führt am Ende zur Wahrheit. Der erste Schritt ist, die Unangreifbarkeit der Religion infrage zu stellen. Ansonsten gäbe es gar keine Debatte.
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*Warum klappt man an dieser Stelle das blöde Buch nicht einfach zu und wirft es fort? Welche weiteren Weisheiten erwartet man sich noch davon?
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Ehe für alle sehe ich wegen der (möglichen) Kinder kritisch. Das ist meine Meinung, hat nichts mit Religion zu tun und begründet auf Erfahrung.
Ich bin als Christ nicht für alles verantwortlich, was die Kriche verbrochen hat. Ich habe als Deutscher mal einem jüdischen Bekannten in den USA einen Stein aus dem KZ in Dachau mitgebracht. Weil er mich kennt, hat er sich darüber gefreut und mich nicht verklagt.
Der Unterschied zwischen dir und mir ist nicht, dass ich jegliche Kritik unterbinde. Der Unterschied ist der, dass du aufgrund der Fehlleistungen und des Unheils, das die Religion zu verantworten hat, alles dahingend zerschlägst und niedermachst und ich das nicht mache. Dieser Rigorismus ist mir fremd.